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Hörenswertes drittes Album der kalifornischen Sängerin

Wie ? Noch nichts von Colbie Caillat gehört ? Dann haben Sie aber einiges verpasst !

Denn Colbie Caillat beweist mit ihrem Anfang Juli 2011 erschienen Album ( das dritte innerhalb von vier Jahren ! ), dass sie weit mehr als das ursprüngliche Internetwunder ist, als das sie ab 2006 auf sich aufmerksam gemacht hat.

Damals demonstrierte sie auf erstaunliche Weise, dass es auch ganz ohne Plattenvertrag möglich ist, eine weltweite Fangemeinde aufzubauen : ihre Songs  verbreitete die 1986 geborene Amerikanerin zunächst ausschließlich im Internet. Dort klickte man ihre Lieder etwa 10 Millionen mal an und wurde dadurch auch zur erfolgreichsten "MySpace"-Künstlerin.

Für einen Auftritt bei Rock am Ring kam sie dann im Frühjahr 2007 zum ersten Mal für einen Liveauftritt nach Deutschland, was sicherlich halft ihrem im folgenden Spätsommer erschienenen Debütalbum "Coco" auf die Sprünge zu helfen. Die CD mit der auch in Deutschlang erfolgreichen Hit-Single "Bubbly" wurde in ihrem Heimatland sogar mit doppelt Platin ausgezeichnet.

2009 erschien dann ihr zweites Album "Breakthrough", für das die junge Sängerin wie schon für ihr Debütalbum alle Songs selbst schrieb. Auch diese CD stürmte die amerikanischen Charts und hielt sich wochenlang auf den vorderen Rängen.

Anfang Juli brachte sie mit "All of you" ihre neuestes Album auf den Markt. Darin drückt die Folk-Rock-Interpretin ein neues, optimistisches Lebensgefühl aus. Das hat zum einen mit ihrer Beziehung zu dem Bandmitglied Justin Young zu tun, dem sie nach eigenen Angaben die meisten Songs gewidmet hat. Zum anderen macht sich ganz deutlich die Zusammenarbeit mit Ryan Tedder bemerkbar, Sänger und Band-Leader von One Republic. Aber auch das frühere Wirken ihres Vaters Ken lässt sich bei manchen Songs heraushören : der produzierte einst die legendären Alben von Fleetwood-Mac, was an seiner Tochter offenbar nicht sprulos vorbeigegangen ist.

Mit ihrer neuen Single "Brighter than the sun " hat sie nach der ersten Auskopplung im Frühjahr "I do" einen weiteren Sommerhit nachgelegt, der richtig gute Laune macht. Hier bringt sie auf besonders leichte Art ihren entspannten Lebensstil zum Ausdruck, der sicherlich nicht zuletzt davon herrührt, dass sie in Hawaii und Südkalifornien aufwuchs und vor allem Musik von Bob Marley und Jack Johnson hörte.

Allen, die noch auf der Suche nach eingängiger, unbekümmerter Sommermusik sind, kann ich dieses Album nur empfehlen, wie im übrigen auch die Vorgänger-CDs !

 

 

Robin Hood (2010) – der etwas andere König der Diebe


Robin Longstride, gespielt von Russel Crowe (u.a. Gladiator), ist mit König Richard Löwenherz auf dem Weg vom Kreuzzug zurück nach England. Bei der Eroberung der französischen Burg Chalus wird der König jedoch von einem Bolzen tötlich getroffen.

Godfrey, ein Feldherr König Richards (weiß noch nichts von dessen Tod), und der französischen König Philipp haben eine Verschwörung geplant.
Godfrey überfällt die englischen Ritter, die die Krone nach London bringen sollen. Allerdings reißt Richards Pferd sich los und läuft Robin, Will Scarlett, Little John und Alan A’Dayle, die Godfreys Männer vertreiben können, in die Arme. Robin verspricht dem sterbenden Ritter Robert Loxley, dessen Schwert zu dessen Vater Walter nach Nottingham zu bringen.

Robin nimmt Roberts Namen an und bringt die Krone nach London, wo Richards Bruder John zum neuen König gekrönt wird. Godfrey wird von John zum neuen Schatzkanzler ernannt und treibt ohne dessen Wissen die Steuern mithilfe französischer Söldner ein. Walter Loxley bittet Robin, sich als sein verstorbener Sohn auszugeben, um dessen Witwe Marion (Cate Blanchet) vor der Enteignung zu schützen.

Als König John vom doppelten Spiel Godfreys mit Philipp von Frankreich erfährt, knüpft er mit den Baronen, William Marshall und Robin ein Bündnis gegen Godfrey. Als Gegenleistung soll König John (Ohneland) die Magna Charta unterschreiben.
Als die französischen Truppen an der englischen Kanalküste landen, kommt es zur Entscheidungsschlacht…

Mit dem neuen Robin Hood – Film ist dem Regisseur Ridley Scott ein besonderer „Mittelalter – Blockmuster“ gelungen. Der Film greift verschiedene Ereignisse der Geschichte auf und webt eine spannende Story daraus. Dabei verzeiht man auch, dass einige geschichtliche Fakten verdreht und leicht abgeändert werden, um alles in einem Film zu zeigen. So geschah der Tod Richard Löwenherz´ 1199 im Kampf gegen den französischen Grafen Adémar V von Limoges und nicht auf dem Rückweg vom Dritten Kreuzzug 1194. Außerdem fand der Konflikt zwischen Philipp und John auf dem französischen Festland statt, wobei John seine Besitzungen in Frankreich verlor.

Ich empfehlen den neuen Robin Hood – Film wegen der packenden Bilder und der Geschichte dahinter. Die Legende um den Bogenschützen aus dem Sherwood Forest wird hier ohne die Klischees des „Retters der Witwen und Waisen“ und der „Männer in Strumpfhosen“ aus einem anderen Blickwinkel erzählt. So verliert der Film seinen ausgequetschten und mehrfach verfilmten Seifenopercharakter, gewinnt jedoch an Realität und Brillanz.

Alle, die einen ersten Eindruck haben möchten, können sich unter folgendem Lind den Trailer anschauen: Robin Hood

"On a clear night"  von Missy Higgins

 

Schon einmal etwas von Missy Higgins gehört ? Wohl eher nicht.

Mir ging es genauso, bis ich durch Zufall einen Titel von ihr im Fernsehen gehört habe. Allerdings war dem kurzen Ausschnitt nicht zu entnehmen, um welchen Titel und welche Sängerin es sich handelte, so dass ich einige Zeit recherchieren musste. Ich fand dann heraus, dass es sich um den Titel "Dancing dirt into the snow" von der australischen Sängerin Missy Higgins handelte, von der ich vorher absolut noch nichts gehört hatte.

Na ja, das mag vielleicht daran liegen, dass ich noch nie in Australien war, denn in ihrer Heimat ist die 24-jährige gebürtige Melbournerin ein absoluter Star. Gestoßen bin ich dann auf die CD "The sound of white" , ihr Debüt-Album, das 2005 das meistverkaufte Album in Australien war. Ich war sofort davon begeistert, so dass ich mir ohne lange zu überlegen auch die "aktuelle" CD aus dem Jahr 2007 zugelegt habe. Diese CD erreichte Dreifach-Platin in Australien und  war wiederum das meistverkaufte Album des Jahres mit der Folge, dass Missy Higgins dafür zum zweiten Mal mit dem ARIA Award (Australien Grammy) als "Best Female Artist" ausgezeichnet wurde. Und ich muss sagen, ich habe beide Investitionen absolut nicht bereut.

Leidenschaftlich und aufrichtig, die australische Singer-Songwriterin Missy Higgins ist wahrlich eine willkommene Abwechslung in einer mit Einweg-Pop übersäten Musik-Landschaft, nicht zuletzt, weil sie die üblichen synthetischen Verpackungen meidet und stattdessen einen zeitlosen Ansatz wählt.

Das aktuelle Album profitiert von der einfühlsamen Produktion von Mitchell Froom, der für seine Arbeit mit Paul McCartney, Elvis Costello, und Crowded House bekannt geworden ist.

"Die CD spiegelt hoffentlich wider, wo ich im Moment stehe", sagt Higgins selber über ihr Album. "Ich fühle viel deutlicher, wer ich bin und was ich mit meiner Musik erreichen will. Ich habe mich aus der anfänglichen Verwirrung und den Selbstzweifeln fortbewegt, die ich fühlte, als ich gerade mit meiner Musik angefangen hatte."

Es ist sicherlich eine ganze Reise, die sie damit meint. Higgins begann ihre musikalische Karriere zusammen mit ihrem älteren Bruder in einer Band, als sie gerade 13 war. Sie geriet ins Rampenlicht, als sie im Jahr 2001 einen nationalen  Songwriting-Wettbewerb eines einflussreichen nationalen Radiosenders gewann. Danach entschied sich aber gegen die direkte Vermarktung und reiste erst einmal mit dem Rucksack durch Europa, ehe sie dann ihre ersten Alben veröffentlichte. Wichtig waren ihr zu dieser Zeit vor allem Life-Auftritte, u.a. in den USA und Großbritannien. Bis Ende

2005 hatte sie so insgesamt 200 Konzerte gegeben, darunter eine denkwürdige Serie von Open-Air Konzerten in Australien.

Glücklicherweise liebt Missy Higgins es,  Songs zu schreiben, während sie auf einer Tournee unterwegs ist. "Im Gegensatz zu fast allen Songs auf dem ersten Album, habe ich die Lieder auf dem aktuellen Album auf der Gitarre komponiert, dem einzigen Instrument, das ich mit ins Hotelzimmer oder in einen Bus nehmen kann" sagt Higgins. "Vielleicht ist das der Grund, warum dieses Album etwas mehr Energie ausstrahlt als das letzte, da ich am KLavier eher ruhige, langsame Melodien schreibe. "

Der erste Titel auf der CD, der auch als Single ausgekoppelt wurde,  die wunderschöne Ballade "Where I Stood", wurde bekannt durch die erfolgreiche US-TV Show Grey's Anatomy und wurde danach zum Down-load Renner bei iTunes. Insgesamt ist dieses Album genauso abwechslungsreich wie der Vorgänger und ein tolle Mischung aus Gitarre und Piano dominierten Popsongs, die den Einfluss ihrer anfänglichen Jahre in der Jazzband deutlich erkennen lassen.

Wer in dieses Album einmal komplett reinhören will, der kann das auf ihrer Seite - www.missyhiggins.com - tun.

P.S.: Eines meiner Lieblingslieder von ihr ist neben "Dancing dirt into the snow"  in jedem Fall "The sound of white" von dem gleichnamigen Album. Aber das ist ja wie alles im Leben reine Geschmackssache ! Also, selber einmal reinhören und eigene Meinung bilden !!!

Von Ratlosen und Löwenherzen: Eine kurzweilige, aber nützliche Geschichte des englischen Mittelalters

In diesem Sachbuch von Rebecca Gablé geht es um das Mittelalter in England. Von Ratlosen und Löwenherzen beschreibt die englische Geschichte von der Völkerwanderung Ende des 3. Jahrhunderts bis zur Verbreitung des Buchdrucks Ende des 15. Jahrhunderts.

Als im 4. Jahrhundert die Römer die britischen Inseln verließen, fielen die Pikten  und Skoten (Schottland und Irland) ein. Wilde Pikten und Skoten hatten sich überdies auf dem neblichten Eiland als lästige Wanzen erwiesen. Um sich gegen die einfallenden Barbaren zur Wehr zu setzen, riefen die Romano-Briten die Angelsachsen aus Norddeutschland. So geht die Geschichte weiter über Alfred den Großen, den ersten König England, Sven Gabelbart und Edmund Eisenseite bis hin zum Kreuzritter Richard Löwenherz.

In diesem Buch wird mit dem Mythos Mittelalter Schluss gemacht. Gablé erzählt die Geschichte des englischen Mittelalters neu. Dabei schreibt sie kompetent und informativ, herrlich farbenprächtig und mitreißend wie in einem Roman. Dabei wird alles durch Kuriositäten und Skurrilitäten aufgelockert. Im Buchcover ist zudem ein königlicher Stammbaum enthalten.

Dieses Buch ist jedem zu empfehlen, der sich für Geschichte interessiert. Gerade der humoristische Teil macht es zu einem besonderen Geschichtswerk, der das Lesen erleichtert. Außerdem bringt das Buch eine innere Logik in die umfangreichen verwandtschaftlichen Beziehungen, abgesprochenen Bündnisse und verworrenen Verhältnisse.

Erhältlich unter der ISBN- Nummer 978-3404642427 im Bastei Verlag.

"We've All Been There"  -  von Alex Max Band

Als ich das erste Mal den Titel „Tonight“ von Alex Max Band im Radio gehört habe, dachte ich zunächst, dabei handele es sich um eine Band.  Weit gefehlt. Der Sänger heißt tatsächlich Alex Max Band und die Stimme kommt einem irgendwie bekannt vor.

Kein Wunder, denn vor genau 10 Jahren, nämlich 2001 lieferte er mit dem Song „Wherever You Will Go“, damals noch mit seiner Band The Calling einen Hit ab, der Ende 2009 vom renommierten amerikanischen Billboard-Magazin wegen seiner beindruckenden Verkaufszahlen  zur Nummer Eins der „40 erfolgreichsten Adult Popsongs des Jahrzehnts“ gewählt worden war. Und wer diesen Titel einmal in der Live-Akustikversion auf dem Album Camino Palermo gehört hat, der kann vielleicht nachvollziehen, warum mich dieser Musiker näher interessiert hat. Nach dem Erwerb der alten The Calling CDs habe ich mir zu Weihnachten nun die Solo-CD dieses genialen Songwriters gegönnt und bin mehr als belohnt worden.


Eine wunderschöne rockig-poppige CD,  auf der wirklich jeder der 13 rockig arrangierten Songs absolut  hörenswert ist und die die einzigartig gefühlvolle  Stimme von Alex Band voll zur Geltung bringt. Kein Wunder, denn  der Sänger hat seine Lieder selbst geschrieben und 5 Jahre harte Arbeit  in dieses Album gesteckt, neben jeder Menge Geld, um die CD unter seinem eigenen Label produzieren zu können.


„Ein guter Song spendet Hoffnung. Liebe ist Leben, Leben ist Musik und Musik ist Hoffnung“ so Alex Max Band im Februar 2010. Und ihm nimmt man solche Weisheiten ab, denn mit seinen 28 Jahren hat er mit seiner früheren Ehefrau Jennifer Skye erlebt, was es heißt, zum Überleben auf ein gespendetes Organ angewiesen zu sein. Auch wenn die Ehe zerbrach, engagiert er sich seitdem unermüdlich für Organspende und die amerikanische Hilfsorganisation „Donate Life“, für die er sogar  mit einem Tattoo am Arm wirbt. Mit seinem neuen Album „ We’ve All Been There“ unterstreicht Alex Max Band genau  diese  wirkungsvollste Stärke seiner Songschmiedekunst: die unwiderstehliche Aufforderung zu Mut, Hoffnung und Lebenslust.


Wer wie ich Gefallen an dieser CD gefunden hat, der bekommt  am 21. März 2011 Gelegenheit, diesen genialen Künstler im E-Werk in Köln live zu sehen (übrigens ein weiteres Weihnachtsgeschenk von mir).

(Promotion-Video)

 

 

Green Zone – Politthriller mit Matt Damon

Im Jahr 2003 sucht der Chief Warrant Officer Roy Miller (Matt Damon) im besetzten Irak für die US-Regierung nach Massenvernichtungswaffen. Allerdings führen die vom Geheimdienst zur Verfügung gestellten Informationen, die aus einer anonymen Quelle stammen, nicht zu den Waffenverstecken. Bei einer weiteren Durchsuchung trifft Miller auf den Iraker „Freddy“. Dieser unterrichtet Miller vom Treffen des irakischen Generals Al Rawi mit seinen Gefolgsleuten in einem Privathaus. Bei der Festnahme kann Al Rawi jedoch flüchten. Bei einem der gefangenen Gefolgsleute findet Chief Miller Aufzeichnungen. Zusammen mit CIA- Officer Martin Brown stößt Miller auf Beweise, die offenbaren, dass der Kriegsgrund für die Irakinvasion gelogen war. Miller stört damit die Intrigen des US-Außenministeriums, vertreten durch Clark Poundstone, der ihm das Leben schwer macht.

In diesem packenden Politthriller, in dem nichts scheint wie es ist und die Wahrheit Auslegungssache ist, ist Spannung garantiert. Mit aktuellem Bezug,zeigt „Green Zone“ den Imperialismus der USA und die kompromisslose Durchsetzung wirtschaftlicher Interessen, in der sogar die eigene Bevölkerung belogen wird, um sie in einen Krieg treiben.

Ich empfehle „Green Zone“ jedem, der Lust auf Spannung hat und die Politik von einer anderen Seite beleucht sehen möchte! Gerade an grauen Wintertagen ist „Green Zone“ ein sehenswerter Film.






Winter in Freilingen

Sobald der Dezember begonnen hat, beschleicht viele das Gefühl, dass sich auch das Wetter auf Kälte und Schnee umstellen muss. 

Für die Meterologen beginnt ja auch ab dem 1. Dezember der meterologische Winter, der die Monate Dezember, Januar und Februar umfasst (tatsächlich konnte der Morgen des 1. Dezember 2020 eine kleine weiße Überraschung bieten).

Allerdings waren wir in den letzten Jahren weit entfernt von dem, was wir mit dem "Winter wie er früher einmal war" verbinden: tagelange eisige Kälte und Unmengen von Schnee.

So betrug die durchschnittliche Temperatur in den Wintermonaten 2019/2020 hierzulande 4,1 Grad Celsius. Somit war der letzter Winter 2019/2020 einer der wärmsten seit Beginn der Messungen im Jahr 1881. Da darf man gespannt sein, was uns wettertechnisch in den nächsten Wochen tatsächlich erwartet. 

In den Freilinger Foto-Archiven hat Erwin Mungen noch den "richtigen Winter" gefunden, so dass wir wenigstens mit diesen bildlichen Eindrücken ein Gefühl von Winter und ein bisschen Wehmut bekommen können.

Ach, was war das damals schön...mit Kind, Kegel, Schlittschuhen und Glühwein auf dem zugefrorenen Freilinger See

 ("FDH" damals noch ohne "Bums", dafür aber links mit dem leider verstorbene Rainald Dalboth)

Schöne Erinnerungen an den Winter 2005/2006...

 

 

Die Geschichte des Adventskalenders

Er gehört für die meisten genauso zu Weihnachten wie ein Tannenbaum, Plätzchen oder Kerzenschein, doch ihn gibt es noch nicht so lange: den Adventskalender

Die Adventskalender-Geschichte beginnt 1839...

Der Theologe und bedeutende Reformer Johann Heinrich Wichern, Leiter des evangelischen Knabenrettungshauses „Rauhes Haus“ bei Hamburg, hatte wahrscheinlich genug von der Frage, wann endlich Weihnachten sei.

So entwickelte er eine Idee zur Darstellung der verbleibenden Tage. Er nahm sich ein altes Wagenrad und einen Holzkranz und steckte 20 kleine rote und vier große weiße Kerzen darauf. Bei den täglichen Andachten, zu denen alle gemeinsam Adventslieder sangen, durften die Kinder eine rote Kerze anzünden, an den Adventssonntagen zusätzlich eine weiße.

Während die katholische Kirche tägliche Adventsandachten in der Kirche veranstaltete, stand bei Protestanten eher die Zusammenkunft der Familie im Mittelpunkt. Dabei lasen sie miteinander Bibelstellen, beteten und sangen Lieder.

Doch da Zeit eine abstrakte Größte ist, ließen sich auch evangelische Eltern ab circa 1840 etwas einfallen, um ihren Kindern die Zeit bis Heiligabend greifbar zu machen und die Vorfreude auf das Fest der Geburt von Jesus Christus zu steigern.

So entwickelten sich viele Methoden. Familien hängten häufig nach und nach 24 Bilder mit weihnachtlichen Motiven an die Wand oder malten Kreidestriche an die Tür, für die Sonntage jeweils einen langen Strich, und täglich durften die Kinder einen wegwischen.

Sehr verbreitet waren außerdem „Adventsbäumchen“, teilweise auch selbstgebastelte Holzgestelle. Tag für Tag steckten die Kinder eine kleine Fahne oder einen Stern mit Bibelversen daran, manche Familien zündeten zusätzlich auch eine Kerze an. Das zunehmende Licht stand dabei als Sinnbild für die bevorstehende Ankunft des Lichts der Welt, Jesus Christus.

Doch auch in katholischen Familien warteten Kinder ungeduldig auf Weihnachten. Deshalb dachten sich die Eltern auch hier eine Art Adventskalender aus. Bei gutem Benehmen durfte der Nachwuchs bis Heiligabend täglich einen Strohhalm in die Krippe legen, damit das Jesuskind schön weich liegt. In manchen Klosterschulen gibt es die Tradition noch immer.

Im skandinavischen Raum hingegen setzte sich die Adventskerze durch. Diese Kerze war in 24 Abschnitte unterteilt, an jedem Tag ließen die Familien die Kerze bis zur nächsten Markierung abbrennen. Sie sind heute noch Brauch. 

Ende des 19. Jahrhunderts traten auch vermehrt „Weihnachtsuhren“ auf. Dabei ist eine Scheibe mit zwölf, beziehungsweise 24 Abschnitten markiert, jede Unterteilung war mitLiedtexten oder Bildern versehen war. Täglich durfte dabei ein Zeiger einen Schritt nach vorne gestellt werden.

Erst 1902 veröffentlichte die evangelische Buchhandlung Friedrich Trümpler in Hamburg den ersten gedruckten Adventkalender. Sie entschieden sich für eine Weihnachtsuhr mit den Zahlen 13 bis 24, ab 1922 bekamen diese Uhren 24 Felder. Er kostete damals 50 Pfennig.

(Weihnachtsuhr von 1910)

Ein Jahr später folgte der Münchner Verleger Gerhard Lang. Der Kalender „Im Lande des Christkinds“ enthielt einen Bogen mit 24 Bildern zum Ausschneiden und einen mit 24 Feldern für die ausgeschnittenen Teile.

(Im Lande des Christkinds 1903, Nachdruck 1915)

An jedem Tag im Advent durften die Kinder ein Bild ausschneiden und diesen in das vorgesehene Fenster einkleben. Am Heiligabend gab es ein Bild von dem weiß gekleideten Christkind. Bis in die 1930er Jahre hinein publizierte die lithografische Anstalt Reinhold & Lang zahlreiche kunstvolle Werke, die steigende Stückzahl führte zu vielfältigen Variationen. So beispielsweise auch zu dem ersten Adventskalender in Blindenschrift.

Lang arbeitete mit viel Leidenschaft und entwickelte immer wieder neue Ideen. So folgten das „Christkindleinhaus zum Füllen“, Adventskalender mit Füllungen zum Herausbrechen, Kalender, bei denen die Kinder Türchen öffnen konnten und viele weitere. Seine Motivation stammte angeblich von seiner Mutter. Sie nähte ihm als Kind 24 „Wibele“, eine Art schwäbisches Baisergebäck, wovon er täglich eins essen durfte.

Die hohe Qualität und Detailtreue von Gerhard Lang führten schnell zu höheren Auflagen. Dadurch drängten weitere Verlage auf den Markt und der Adventskalender verbreitete sich. Besonders die Version mit aufklappbaren Fenstern, hinter denen Bilder zu sehen waren, wurde immer beliebter. Dem zunehmenden Preisdruck konnte Lang allerdings nicht standhalten und stellte 1940 die Produktion ein.

Doch der Siegeszug des Adventskalenders ging weiter.

Im Jahr 1958 kam der erste fertig produzierten Schokoladenadventskalender auf den Markt Heute gehört dieser neben Spielzeug- oder Bilder-Adventskalendern zu den am häufigsten gekauften Kalendern. 

In den letzten Jahren entwickelte sich daneben alledings auch der Trend zu selbst gebastelten Adventskalendern zum Selberfüllen. Sehr beliebt ist dabei die skandinavische Idee, Jutesäckchen an einer Leine aufzuhängen. 

Der Phantasie beim Basteln sind dabei keine Grenzen gesetzt, gerade in Zeiten steigenden Klohpapierverbrauchs...

 

Mittlerweile ist der Adventskalender nicht mehr nur etwas für Kinder, auch Erwachsene beschenken sich gegenseitig. Dabei gibt es nicht nur „normale“ Adventskalender z. B. mit Parfum, Gewürzen, Müsli, Fotos oder sogar Bier,

sondern auch preislich sehr ausgefallene Exmeplare. Mit die euersten Kalender gibt es im Londoner Kaufhaus „Harrods“ zu kaufen. 2010 brachte es zum ersten Mal den Eine-Millionen-Dollar-Adventskalender heraus. Dieser beinhaltete zum Beispiel eine Sonnenbrille mit 18 Karat Gold, ein Motorboot und eine Designerküche.

Das lateinische Wort adventus bedeutet „Ankunft“. Es steht für die geistige und seelische Vorbereitung auf das höchste christliche Fest des Jahres: die Geburt von Jesus Christus.

Auch wenn sich Form, Art und Aussehen des Adventskalenders mit der Zeit sehr stark geändert haben, so bleibt die Botschaft doch immer gleich: Freude bereiten und das Besondere und die Einzigartigkeit der Adventszeit zu verdeutlichen.

Und natürlich die Vorfreude auf Heiligabend zu steigern – bei Groß und Klein!

(Quelle: Adventskalender.de)

WiF wünscht Euch allen eine schöne, besinnliche Adventszeit!

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