Sieben Jahre - so lange hat es gedauert, bis die Anregung zur Verbesserung der Infrastruktur am Freilinger See für Taucher endlich umgesetzt werden konnte. Dafür ist aber anstelle der ursprünglich angedachten einfachen Umkleide- und Ablagemöglichkeit ein richtiger Anbau am vorhandenen Kiosk errichtet worden, der vor allem der DLRG in den Sommermonaten bessere Arbeitsbedingungen bietet. Das neue Taucherhaus am Freilinger See wurde am Donnerstag, 28. November offiziell eingeweiht. 

Fast genau vor sieben Jahren, nämlich am 13.12.2012 beschloss der Rat der Gemeinde Blankenheim in seiner 28. Sitzung einstimmig, 15.000 € in Haushalt 2013 für Infrastrukturmaßnahmen am Freilinger See für Taucher bereit zu stellen. Ausgangspunkt dafür war ein Antrag der UWV-Fraktion auf Errichtung von Ablagemöglichkeiten und einfachen Umkleidekabinen für Taucher.

Eine diesbezügliche Nachfrage hatte sich im Zuge der Aufmerksamkeit ergeben, die eine große Tauch- und Müllsammelaktion einer Euskirchener Tauchgruppe im Sommer 2012 hervorgerufen hatte (s. Bericht). Dabei war ein Modellschiff der Titanic geborgen worden, was sogar für ein Sat1 Team für eine Nachrichtensendung nachgespielt wurde (s. Bericht). 

Die tatsächliche Umsetzung des Ratsbeschlusses verzögerte sich aber immer wieder, im wesentlichen wegen allgemeiner haftungsrechtlicher Fragen hinsichtlich eines Badebetriebes. Dies galt auch für weitere geplanter Maßnahmen am See, die insgesamt die touristische Nutzung des Sees steigern sollten. 

Im Juni 2013 wurde dann die Erstellung eines Grobkonzeptes zur touristischen Entwicklung des Freilinger Sees beauftragt. Wiederum über ein Jahr später, im November 2014 beschloss der Gemeindeentwicklungsausschuss, ein Konzept zur Attraktivierung des Freizeitangebotes am Freilinger See zu erstellen, das Grundlage für eine öffentliche Förderung sein sollte. Das daraufhin entwickelte Konzept wurde im Mai 2015 im Gremium vorgestellt, das dann auch als Grundlage für ein Leaderprojekt bzw. eine Leaderförderung beschlossen wurde (s. Bericht).

 

Im Juni 2016 wurde das Gestaltungskonzept im Rahmen einer Bürgerversammlung in Freilingen der Öffentlichkeit vorgestellt und in überarbeiteter Form als "Generationsübergreifendes Freizeiterlebnis Freilinger See“ zur Förderung angemeldet. Allerdings ergaben sich anschließend gewisse Probleme hinsichtlich des zuständigen Fördertopfes (LEADER oder Dorferneuerungsprogramm). Man entschloss sich nach Rücksprache mit dem LEADER-Regionalmanagement und der Bezirksregierung letztlich zur Splittung des Antrages in die Teilmaßnahmen Taucherhaus und Gestaltungskonzept Freilinger See.

Für die Maßnahme „Taucherhaus“ wurde dann gemeinsam mit der Gemeinde Dahlem (Konzept "Zwei Seen eine Strategie") ein LEADER-Antrag auf Projektförderung gestellt, der im September 2016 grundsätzlich durch den Koordinierungskreis der LEADER Region Eifel bewilligt wurde.

Bei der Abstimmung hinsichtlich einer erforderlichen Baugenehmigung musste allerdings festgestellt werden, dass neben dem vorhandenen Bestandsgebäude am Freilinger See kein weiteres (separates Gebäude) durch den Kreis Euskirchen genehmigt würde. Daher wurden die geplanten Räumlichkeiten für ein "Taucherhaus" an das Bestandsgebäude (Kiosk) angegliedert. Diese Planungen sahen neben der Nutzung durch die Taucher dann auch eine Nutzung durch die DLRG Euskirchen vor. 

Diesem überarbeitete Projektantrag wurde im März 2018 endgültig für eine LEADER-Förderung vom LEADER-Koordinierungskreis zugestimmt.  

Mit Bescheid vom 05.09.2018 segnete auch die Bezirksregierung Köln diesen Förderantrag ab und sprach der Gemeinde eine Förderung i.H.v. 40.625,00 € für den Bau eines Taucherhauses am Freilinger See mit zuwendungsfähigen Gesamtausgaben i.H.v. 62.500,00 € zu. Nach entsprechender Ausschreibung erfolgte im Februar 2019 die Auftragsvergabe.

Gleichzeitig mit dem geförderten Anbau des Taucherhauses sollte dann auch der eigentliche Kiosk durch die Gemeinde selbst saniert werden (Erneuerung der Elektroinstallation, Erweiterung der Terrasse). Auch der neue Pächter beteiligte sich mit privaten Investitionen an der Inwertsetzung des Kioskbetriebes. Im Hinblick auf die für Mai geplante Eröffnung der neuen "Freilinger-Seebar" wurden die Baumaßnahmen parallel zu den Arbeiten am Altbestand dann auch zügig umgesetzt. 

Die "Freilinger See-Bar" wurde wie geplant am 31. Mai 2019 eingeweiht (s. Bericht).

Am 29. November konnte dann auch endlich das angebaute Taucherhaus und die seit genau sieben Jahren angedachte Infrastrukturverbesserung am Donnerstag, 28. November offiziell für die Nutzung frei gegeben werden. 

Eine erfreuliche Nachricht hatte Bürgermeister Hartmann für die verschiedenen geladenen Gästen u.a. von der DLRG, der Bezirksregierung, dem LEADER-Regionalmanagement und der Verwaltung in jedem Fall im Gepäck: "Mit den tatsächlichen Ausgaben von 66.593,34 € haben wir hinsichtlich der Gesamtkosten fast eine Punktlandung geschafft."

Außerdem sei man damit mit den Maßnahmen am Freilinger See damit noch nicht am Ende. Denn auch das Gestaltungskonzept sei inzwischen dann doch über einen LEADER-Antrag für eine Förderung genehmigt worden. So wurde in der letzten Sitzung des Gemeindeentwicklungsausschusses dann auch mitgeteilt, dass das Projekt „Umsetzung des Gestaltungsprojektes“ am Freilinger See mit Zuwendungsbescheid vom 05.11.2019 zu 65% (171.368,93 €) bewilligt wurde bei geplanten Gesamtausgaben von rund 260.000 €. Damit können nun auch dieses lanjährigen Planungen endlich in die Umsetzung gelangen.

Im Frühjahr 2020 sollen die Arbeiten für die Bestandteile "zu Land" beginnen. Geplant sind hier u.a. ein Mehrzweckfeld, ein Kinderspielplatz und die Erneuerung des Rundweges. Im Herbst sollen dann die wasserbezogenen Maßnahmen umgesetzt werden, da hierfür der Wasserpegel abgesenkt werden muss. Dann werden eine Flachwasserzone und ein Wasserspielplatz installiert. 

Auch Matthias Wessel, Bezirksleiter der DLRG Euskirchen, zeigte sich erfreut über die neuen Räumlichkeiten. Seit 1996 sei die DLRG am See mit Ehrenamtlern im Einsatz. Allein in diesem Jahr wurden allein insgesamt 700 Dienststunden geleistet. Immer wieder komme es an den gut besuchten Sommertagen auch tatsächlich zu Einsätzen, zum Teil zu lebensrettenden, so z.B. auch im Rahmen des EIFEL-Hero Triathlons, als ein bewusstloser Schwimmer nach einem versehentlichen Tritt eines Mitstreiters gegen den Kopf aus dem Wasser gezogen werden musste.

Der Anbau biete nun wesentlich bessere Arbeitsbedingungen und ermögliche zudem, schwerer verletzte Badegäste separat zu versorgen. 

Alle Anwesenden waren sich einig, dass der Anbau ein gelungener erster Schritt zur Verbesserung der Infrastruktur am See darstellt. 

Und noch eine positive Nachricht gibt es zu vermelden: Die Gemeinde Blankenheim erhält auf einen Antrag hin eine Zuwendung von pauschal 15.000 € über das Förderprogramm WiFi4EU zur Errichtung eines WLAN-Hotspots am Freilinger See. Die Fördermaßnahme muss bis Ende 2020 umgesetzt werden. Auf freien Zugang zum Internet am Freilinger See wird man also nicht so lange warten müssen wie auf das Taucherhaus. 

Aber was lange währt....

 


 

 

 

 

 

Freilinger Infobox

  • So. 1.12. u. 8.12.: "Hyggeliges Basarchen", jeweils 11.00-14.00 Uhr, Atelier Wolff, Steinstraße 14
  • Sa, 14.12.: "Adventszauber", ab 15.00 Uhr, am und im Bürgerhaus

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