Wenn der Kirmessamstag auf einen 30. April fällt, dann muss man sich eigentlich nicht darüber wundern, dass sich das Wetter launig und wechselhaft zeigt. Wenn dann noch eine Großbaustelle im Ort hinzukommt, sind das nicht die besten Voraussetzungen für einen reibungslosen Verlauf einer Großveranstaltung. Doch in Freilingen weiß man zu improvisieren, so dass auch die Kirmes 2016 trotz verschiedenster Herausforderungen wieder ein Veranstaltungshöhepunkt mit bester Stimmung war.  Und letztlich kommt bei diesem Fest dann doch die Sonne raus....

Man muss auch schon lange zurück denken, wenn man sich an einen so nassen Auftakt der Kirmesfeierlichkeiten erinnern will. Aber wer glaubt, nachwinterliche Kälte und ungemütlicher Regen würde die Freilinger davon abhalten, ihre traditionellen Bräuche durchzuführen, der irrt. Und wer nicht weiß, dass man in Freilingen auf die noch so größten, auch wettertechnischen Herausforderungen zu reagieren weiß, der wurde direkt beim Auftakt der diesjährigen Kirmes eines Besseren belehrt. 

Die erste Schwierigkeit besonderer Art wartete auf die Junggesellen schon beim Aufstellen des Kirmesbaumes am Samstag, 30. April 2016. Denn in diesem Jahr stand nur ein Traktor für das Aufstellen des 12 m hohen Kirmessymbols zur Verfügung. Aber dank der großen Dichte an geschickten Handwerkern und zumindest theoretisch versierten angehenden Ingenieuren im Verein wurde auch diese Problematik einfallsreich gemeistert. 

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Beim abendlichen Umzug zur Kirmeseröffnung begab sich die treue Kimresschar dann begeleitet vom Musikverein Freilingen zunächst ins Oberdorf, wo die Neuaufnahmen Robin Schmitz und Niclas Biesen glücklicherweise das traditionelle Kirmessymbol nach entsprechenden Grabungsarbeiten auch wiederfanden.

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Danach ging es weiter zur Maikönigin. Maikönig Ingo Steldermann und Maikönigin Hannah Wiesner durften bei zunehmend ungemütlichem Wetter und ausgesprochen bescheidenen Temperaturen ihren ersten offiziellen Ehrentanz absolvieren, was die beiden sogar im luftigen Kirmesoutfit hervorragend meisterten, während sich die Kirmesgesellschaft derweil das ein oder andere Schnäpschen bzw. Bierchen zum Aufwärmen gönnen konnte.

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Erstaunlich viele Freilinger hatten sich nicht von dem eher suboptimalen Wetter abschrecken lassen und wurden dafür dann bei der Ortsvorsteherin überraschend mit einer Überdachung und trockenen Füßen belohnt, ganz nach dem Motto: andere können das Wetter garantieren, wir haben eine Halle. Dabei freute sich nicht nur der Musikverein beim obligatorischen Ständchen über die tolle Akustik des alternativen "Kirmessaals".

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Im eigentlich Kirmessaal von Meiershof konnte dann für den Rest des Abends kräftig das Tanzbein geschwungen werden. Mit der "New Barbados Showband" hatte Käsper wieder einen guten Griff bewiesen, denn die 7 Mann bzw. Frau starke Truppe sorgte mit flotter und abwechslungsreicher Tanzmusik schnell für beste Feierlaune.

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Einen ersten Höhepunkt der Kirmes stellten dann der offizielle Ehrentanz des Maikönigspaares mit anschließendem "Hochlebenlassen" dar, der den ganzen Saal in ausgelassene Kirmesstimmung versetzte.

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Aber auch die besinnliche Seite der Kirmes durfte an diesem Wochenende nicht fehlen: das stille Gedenken am Ehrenmal mit der traditionellen Kranzniederlegung nach dem feierlichen Hochamt am Kirmessonntag, begleitet durch die Freiwillige Feuerwehr und den Musikverein.

Auch hier wartete wieder eine besondere Herausforderung auf die Veranstalter, da wegen der Großbaustelle am Standort vor der Kapelle nicht gerade gute "Marien-Platzverhältnisse" für Musikverein und Zuschauer anzutreffen waren. Doch wo ein Wille da auch ein Weg, so dass auch der unverzichtbare Kirmeskranz würdevoll niedergelegt werden konnte, zum Gedenken an die verstorben und vermissten Soldaten unseres Dorfes aus den beiden Weltkriegen. Beim Spielen des anrührenden Soldatenliedes "Ich hatte einen Kameraden" kam Ehrfurcht auf und sogar die Sonne raus.

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Eine andere Kirmestradition, nämlich der Frühschoppen wurde anschließend im Saal Meiershof fortgeführt, wo ab 14.00 Uhr bei Tanzmusik von "Roland" das Tanzbein geschwungen werden konnte. 

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Aber auch, wer weniger dem Tanzen als den kulinarischen Genüssen zugeneigt war, kam an diesem Nachmittag voll auf seine Kosten. Denn neben jeder Menge Bier konnte man sich auch mit jeder Menge Kuchen eindecken: dank freundlicher Kuchenspenden hatten die Junggesellen wieder eine reichhaltige Auswahl am Buffet, so dass für jeden Geschmack etwas geboten werden konnte. Bei diesem vielfältigen Angebot war es in der Traditionsgaststätte wahrlich gut auszuhalten für Jung und Alt. 

Wunderbar aushalten konnte man es am nächsten Tag auch auf der traditionellen Häusertaufe, zumal völlig unerwartet frühsommerliches Kirmeswetter herrschte. Bei angenehmen Temperaturen, wohltuendem Sonnenschein und einladendem blauem Himmel war es dann auch kein Wunder, dass sich im Laufe des Nachmittags nahezu das gesamte Dorf zum Kirmesumzug einfand.

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Am frühen Nachmittag wurde dabei zunächst wieder ein "Hahneköppen" durchgeführt. Bei der Konstruktion des Hahn-Nachbaus hatte sich die "Kirmeszubehörspezialistin" Roswitha Hermeling wieder besonders viel Mühe gegeben und wie immer relativ widerstandsfähiges Materials verwendet.

Doch nach rund einer Stunde musste sich auch der Kirmes-Hahn 2016 im wahrsten Sinne geschlagen geben. In diesem Jahr konnte Ex-Doppel-Maikönig Thomas Renner den entscheidenden Hieb setzen und bescherte damit der Doppel-Ex-Maikönigin Sandra Hermeling auch noch den Titel Hahnekönigin. Natürlich durften auch hier die offiziellen Weihen nicht fehlen, also das Umhängen der Hahnekönig-Schärpen und die Blumenübergabe nach entsprechendem Ehrentanz.

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Danach konnte sich die Kirmesgesellschaft dann auf den Häusertaufen-Weg machen, der in diesem Jahr aufgrund der angesetzten Taufen, eine davon in der Freilinger Mühle, nicht nur zeitlich eine Herausforderung darstellte, da die Teilnehmer des Umzuges ja mit gekühlten Getränken versorgt werden mussten. Aber der Junggesellenverein bewies auch in diesem Jahr, dass er organisatorisch gut aufgestellt ist, so dass die Versorgung bestens funktionierte und alles reibungslos über die Bühne ging.

Die erste Station der diesjährigen Häusertaufe war dabei das Anwesen von Jutta und Markus Jüngling. Dort erfuhr die Kirmesgesellschaft vom Festredner Lukas Hellenthal, dass auch diese Kombination aus Freilinger Mann und Lommersdorfer Frau seit Jahrzehnten bestens funktioniert und die beiden nach gemeinsamen Jahren auf der am Ortseingang liegenden, von ihnen bewirtschafteten "Schweinefarm" 2014 mit dem älteren von zwei Söhnen das Doppelhaus im Rotländer bezogen.

Bei dem tierischen "Background" der beiden verwunderte nicht, dass die Gastgeber die Kirmesschar mit reichlich Wurstspezialitäten versorgten. Ihr Haus wurde wegen des Ausblicks von Mike Hanisch, der in diesem Jahr erstmals die Rolle des Täufers übernahm, auf den naheliegenden Namen "Haus Steinblick" getauft, quasi unter amtlicher Aufsicht, da Jutta Mitarbeiterin der Gemeinde Blankenheim ist. 

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Vielfältig gestärkt zog die Kirmesgesellschaft dann weiter in den Auenweg, wo das Haus von Brigitte und Dietmar Ohrem zur Taufe anstand. Seit 1989 wohnen der gebürtige Freilinger und die Reifferscheiderin im Auenweg, bis zum Bezug des neuen Hauses allerdings auf der anderen Straßenseite, wo die beiden im elterlichen Haus, genau genommen über dem väterlichen Betrieb eine Wohnung ausgebaut hatten, in der sie bis 2013 mit ihren beiden Söhnen wohnten.

Brigittes Traum war es aber immer, im Alter in einem kleinen, ebenerdigen Haus zu wohnen. Dieser Wunsch wurde ihr mit dem neuen Eigenheim nun erfüllt, so dass der Neubau dann auch entsprechend "Haus Brigitte" getauft wurde. 

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Für die dritte Station der Häusertaufe musste sich der Kirmesumzug dann in die Freilinger Mühle begeben.

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Dort wurde das Anwesen von Heinrich Schulze und Lucia Dittmann mit Kirmesweihen versehen. Der gebürtige Lommersdorfer hat sein 1950 in Freilingen erbautes Elternhaus vor allem seit seiner Rente im Jahr 2013 nach und nach zu einem Mehrparteienhaus umgebaut. Aufgrund des Standortes auf dem Humberberg wurde das Haus dann auch entsprechend auf den Namen "Humberberg Haus" getauft.  

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Auf seine Kosten kam man aber dann richtig auf der anschließenden Kirmesabschlussveranstaltung im Saal Meiershof, wohin die zwischenzeitlich auf eine beachtliche Größe angewachsene Kirmesgesellschaft geschlossen nach der Häusertaufe zog.Dort wurde zunächst im Rahmen der von den Täuflingen gesponserten Freibieraktion weiter gefeiert, während "Roland" für die entsprechende musikalische Unterhaltung sorgte. Natürlich durfte auch der Ehrentanz für alle Ehrenpaare, besonders die neu getauften Freilinger nicht fehlen.

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Und selbstverständlich gab es an diesem Abend dann auch noch nach alter Freilinger Sitte die dorfeigene Variante des Blangemer Juh-Jah Tanzes zu sehen, in diesem Jahr einmal mit ganz außergewöhnlichen Utensilien. 

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Nach so viel Stimmung und guter Laune kann man in jedem Fall davon ausgehen, dass diese und die anderen Kirmestraditionen auch im kommenden Jahr wieder in gleicher Weise und hoffentlich auch wieder mit einer solch großen Beteiligung gefeiert werden.

Ich bedanke mich bei allen, die in irgendeiner Form zum Gelingen der Kirmes beigetragen haben, insbesondere dem Musikverein Freilingen für seine musikalische Unterstützung an allen Tagen, dem Junggesellenverein Freilingen für die gelungenen notwendigen Organisationen rund um die Kirmes, dem Team um Käsper und Ingrid für den perfekten Thekendienst und unseren unermüdlichen Kirmespaaren. 

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Ein besonderes Dankeschön geht auch an Dirk Lohmann, Erwin Mungen und Rolf Dülsner, die einmal mehr mit der Kamera unterwegs waren und sehr sehenswerte Fotos von der Veranstaltung geschossen haben.

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Die Fotos von Rolf können auch unter folgendem Link angeschaut werden können: Eifelfotograf.de

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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