Siggis Spontanaktion während der Bierwoche...ens graad

 Sanierungsaktion

In der Eifel muss man bekanntermaßen mit allem und immer spontan sein... inbesondere mit Gartenarbeiten, Grillaktionen und verschiedenen Freizeitaktivitäten wie Fahrradfahren und Wandern.

Dies hängt vor allem und in erster Linie mit dem Wetter zusammen, das in der Regel und besonders an Tagen geplanter Aktivitäten sehr launisch und wechselhaft sein kann. Das muss man gerade in diesem Jahr immer wieder erfahren und so wurde bereits so manch einer Outdoor-Veranstaltung leider ein nasser Strich durch die Rechnung gemacht.

Es hängt aber auch mit der besonderen Mentalität des Eifelers an sich zusammen. Denn der Eifeler hat immer etwas zu tun bzw. regeln, trägt reichlich Pläne und Ideen im Kopf mit sich herum und gerät daher oftmals unter Zeitdruck, Entscheidungsnot und Priorisierungszwang, wenn er im Hinblick auf Terminkalender und aktueller Wetterlage einer Arbeit oder Aktion Vorrang einräumen muss. 

Ein besonderes Liedchen davon singen kann Siegfried Bonzelet, genannt Siggi, Löschgruppenführer der hiesigen Freiwilligen Feuerwehr, aktiv im örtlichen Dorfverein und immer zur Stelle, wenn handwerkliche Qualitäten und planerische Einfälle gefragt sind. Dazu kommt, dass er zu Anfragen um Mithilfe der verschiedensten Art aufgrund seines Naturells und manchmal zum Leidwesen seiner Familie grundsätzlich nicht Nein sagen kann, obwohl er stets angibt, eigentlich keine Zeit zu haben. Dies erfordert dann eben eine eng getaktete Zeit- und Arbeitsplanung. Andererseits muss man aber auch beim Erscheinen seiner Telefonnummer im eigenen Telefondisplay auf einfach alles gefasst sein, getreu nach dem Siggischen Motto: "Mer don datt ens graad".

So verwunderte es nicht, als am Mittwoch, 6. August, morgens die Mitteilung von Herrn Bonzelet kam, dass die lange überfällige Sanierung der Gehwege auf dem Dorfplatz umgesetzt werden solle, nicht zuletzt weil eine größere Veranstaltung auf dem Dorfplatz anstehe (Kunst im Garten, s. Bericht). Der Bagger sei angefragt, der von ihm ins Auge gefasste absolute Spezialist auf diesem Gefährt (Feuerwehrkollege Michael Scholl) habe dann zufällig Zeit und man benötige dann nur noch ein paar Helfer für die vorgesehene Aktion."Dann mache mer dat ens graad."

Auf die Nachfrage, wann denn die augenscheinlich recht umfangreiche Erneuerung der Gehwege denn umgesetzt werden solle, kam dann auch prompt die Antwort:"Na, am kommenden Wochenende, also übermorgen, Freitag ab 17.00 Uhr ein paar Stündchen und Samstag dann ab 8.00 Uhr bis wir fertig sind". Klare Ansage, schwieriger Zeitpunkt: Freitag bzw. Samstag (jeder arbeitet irgendwie am eigenen Haus oder im eigenen Garten), Ferien (viele in Urlaub) und....Bierwoche (angeschlagene, übermüdete Zeitgenossen, die abends dennoch wieder in den Biergarten von Meiershof streben). 

Es folgte der übliche Rundruf an die üblichen Verdächtigen. Außerdem wurden noch ganz kurzfristig jede Menge Unkrautflies und 26 t Basalsplitt geordert und zwischengelagert. Gut, dass Siggi genug Leute kennt, die so etwas von heut auf morgen besorgen können. Die Aktion konnte starten.

Pünktlich am Freitag um 17.00 Uhr setzte dann Michael bei trockenem Wetter mit seiner Baggerschaufel an den alten Gehwegen an und hob fachmännisch den alten, inzwischen völlig eingewachsenen Split aus, der umgehend verladen und weggefahren wurde.

Michael-auf-dem-Bagger

Natürlich blieb der vorabendliche Lärm auf dem Dorfplatz der aufmerksamen Biergartenbesetzung der benachbarten Gaststätte Meiershof nicht verborgen. Diese kredenzte dann der spontanen Einsatztruppe eine willkommene Erfrischung, natürlich nicht ohne die ein oder andere Anmerkung mit zu servieren.

Dennis-bringt-Bier

Nach drei Stunden wurde die Aktion dann für diesen Tag bzw. Abend beendet, schließlich wollte man ja selbst noch auf die Bierwoche. 

Dann kam was kommen musste. In der Nacht regnete es in Strömen, sogar so heftig, dass mitten in der Nacht noch ein Feuerwehreinsatz in einem vollgelaufenen Keller in Freilingen erforderlich war, natürlich auch für Siggi. Das auch noch! 

Und am nächsten Morgen regnete es immer noch, der Rasen des Dorfplatzes schien wie vollgesogen und die Aktion in Gefahr. Doch wer glaubte, angesichts des wolkenverhangenen Himmels und im Hinblick auf die kurze Schlafphase des Cheforganisators würden die weiteren Arbeiten verschoben oder gar abgesagt, wurde eines Besseren belehrt. Punkt 8.00 Uhr wurde weiter gebaggert bzw. gearbeitet. Belohnt wurde diese Beharrlichkeit durch aufklarendes Wetter und zusätzlich nach und nach eintreffende Helfer (und Zuschauer). Das im Verlauf der Maßnahme jeweils fehlende Equipment rückte ebenfalls nach und nach ein.

Axel-und-Hubert

Flies-schneiden

Splitt-verteilen

Bei so viel gezeigtem Engagemet durft eine kleine Frühstückpause unter dem Dach des Dorfpavillons dann auch nicht fehlen. 

Fruhstuckspause

Dank der vielen helfenden Hände, einem Bagger, drei Traktoren samt Anhängern und einer Rüttelplatte konnte dann tatsächlich das geplante Vorhaben auch trotz mancher Kommentare der Einsatzleitung ("Ding Harkerei sieht üs wie e Hohn, datt im Miss scharrt") und verschiedentlicher Diskussionen um die weitere Vorgehensweise ("Dat maache mer jetzt su") erfolgreich beendet werden. Dabei kam sogar die Einbindung und Anleitung des Ehrenamts-Nachwuchses nicht zu kurz.

Anleitung-der-Jugend

Pünktlich um 15.30 Uhr wurde dann Feierabend gemacht, jedenfalls auf dieser Baustelle. Denn Siggi musste weg, da er noch einen Hilfsdienst in der Nachbarschaft versprochen hatte. Und versprochen ist nun mal versprochen. So oft hat man ja auch keinen Bagger samt Baggerfahrer zur Verfügung.  

Die anderen Helfer kamen dafür wieder in den Genuss der Versorgung mit gekühlten Getränken der Gaststätte Meiershof, die diesmal vom Chef des Hauses, also Käsper höchst persönlich vorbeigebracht wurden.

Kasper-auf-Kontrolle

Käsper zeigte sich mehr als zufrieden mit dem Ergebnis, zumal auf diese Weise das ebenfalls schon lange geplante Projekt "Zusätzliche Beleuchtung Zuwegung Gaststätte" spontan und "ens graad" mit umgesetzt werden konnte. Die am Rande der Wegesanierungsmaßnehmen zusätzlich gelegte Leitung (ebenfalls kurzfristig organisiert) und der professionelle Anschluss für einen unbedingt notwendigen Lampenmast am Rande des Dorfplatzes ermöglichen es nun, eine weitere Straßenlampe zu installieren, dies dann natürlich nach Rücksprache mit der Gemeinde. 

Lampenanschluss

Am Ende des Tages konnte dann alle zufrieden sein: Siggi mit seinem Zeit-und Arbeitsplan, die Helfer mit ihrer Leistung und alle insgesamt mit dem Ergebnis: den neuen Wegen auf dem Dorfplatz.

Neue-Wege

Da hatten sich dann alle das abendliche Vergnügen auf der Bierwoche mit Musik von den Swinging Blacks und "Kuhl un de Gäng" und frisch gezapftem Bierchen von "Käsper un de Gäng" wahrlich verdient. Dabei konnte dann sogar das ein oder andere Wehwechen, dass sich der ein oder andere bei seinem Arbeitseinsatz eingehandelt hatte, vergessen werden. 

Blasen 

Aber...was tut man nicht alles für das Dorf !

Allen Helfern ein ganz herzliches Dankeschön für ihren Einsatz. Und übrigens...demnächst geht es weiter, sagt Siggi!

Freilinger Infobox

  • Mo, 22.04.: "Emmaus-Gottesdienst" mit anschl. Osterbegegnung, 10.30 Uhr, Kapelle Freilingen
  • Fr, 26.04.: JHV Jagdgenossenschaft, 20.00 Uhr, Gaststätte Meiershof

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