"Mein Freud der Baum ist tot..." - Am Ende waren alle Bemühungen einiger Freilinger zur Rettung der uralten markanten Kastanie in der Lommersdorfer Straße 3 doch vergeblich. Am Samstag, 22. Oktober wurde der Baum von den neuen Eigentümer rechtmäßig gefällt. Dennoch eine traurige Angelegenheit, findet vor allem Anneliese Schmitz, die ehemalige Eigentümerin des Baumes. 

 

Anneliese Schmitz konnte ihre Tränen kaum unterdrücken. 

"Welch eine traurige Angelegenheit. 50 Jahre habe ich den Kastanienbaum vor Augen gehabt. Es war ein Freund, wenn auch mit viel Arbeit verbunden. Ob im Frühjahr oder im Herbst: kehren und reinhalten war wie das tägliche Brot. Aber ich habe es gerne getan, habe für die Kinder Kastanien aufgesammelt oder ihnen beim Sammeln geholfen. Und die Kinder hatten Spaß. Leider ist die Ära nun zu Ende, ein Wahrzeichen von Freilingen verschwunden", so die ehemalige Eigentümerin des alten historischen Bauernhofes an der Ortsdurchfahrt, die nach dem Verkauf im letzten Jahr nach Lommersdorf gezogen war. 

Die Baumfällung traf sie, obwohl seit längerem bereits angekündigt, letztlich doch überraschend.

Einige Freilinger hatten im Vorfeld noch versucht, die neuen Besitzer noch davon zu überzeugen, den Baum stehen zu lassen bzw. nur zurückzuschneiden. Schließlich prägte der Baum nicht nur die Lommersdorfer Straße und damit das ganze Ortsbild, sondern gehörte nachweislich mit zu den ältesten Bäumen in Freilingen,

Sogar auf der bekanntlich ältesten Aufnahme von Freilingen aus dem Jahr 1900 kann man den Baum bei "Zeye", so der alte Hausname des ehemaligen Bauernhofes, aufgrund seiner damals schon stattlichen Größe gut erkennen. 

(ganz rechts im Bild das Haus "Zeye", daneben links der Kastanienbaum)

Auch der Freilinger Maler Hans Jürgen Wolff wurde durch die markante Kastanie zu mehreren Werken inspiriert.

 

Doch auch diese historische und kulturelle Bedeutung musste letztlich hinter den Interessen der Eigentümer an der Sanierung des Gebäudes zurückstehen. Das Wurzelwerk sei bereits in das Haus hineingewachsen. Darüber hinaus würden die Äste auf den Dachstuhl drücken, der jetzt erneuert werden müsse.

Man hatte sich überdies an einen Sachverständigen gewandt, der festgestellt hätte, dass der Baum einen Pilzbefall aufwies und deswegen nicht zu retten sei. 

Dem konnten auch die eingeschaltete Bürgermeisterin der Gemeinde Blankenheim und der Landrat des Kreises Euskirchen nichts entgegensetzen, die hausintern hatten prüfen lassen, welche rechtliche Möglichkeit bestünde, gegen die Fällung eines solch alten Baumes vorzugehen. Der Baum stünde auf einem Privatgrundstück und sei nicht als Naturdenkmal ausgewiesen. Überdies verfüge die Gemeinde über keine Baumsatzung, so dass eine Genehmigung für die Beseitigung nicht erforderlich sei, hieß es am Ende.

Auch ein längeres Gespräch der Ortsvorsteherin mit den neuen Eigentümern ergab keine andere Entscheidung. 

So bleiben nach der Fällung des alten Kastanienbaumes nur die zahlreichen Fotos als Erinnerung zurück. 

(der Baum in voller Blüte im Frühjahr 2022)

"Adieu, du lieber Kastanienbaum", verabschiedete sich dann auch Anneliese Schmitz von ihrem geliebten "Freund". 

Wirklich eine traurige Angelegenheit!

 

 

 

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