"Neugradige Erholung"- Naturerlebnis pur auf allen Ebenen in nachhaltig gebauten "Cabins" in einer autofreien Anlage in unberührter Natur: das möchte die Fa. Neugrad Immobilien GmbH mit ihrer geplanten kleinen Ferienhausanlage oberhalb vom Freilinger See realisieren. Die entsprechenden Pläne wurden in der Sitzung des Ausschusses für Kommunale Betriebe am Donnerstag, 1. September erstmals öffentlich vorgestellt. Hier alle Infos!

 

(Foto: Marco Reetz)

Der Freilinger See ist für Feriengäste attraktiv. 

Das hat gerade auch dieser Sommer gezeigt, der mit den meisten Sonnenstunden überhaupt über Wochen hinweg zahlreiche Gäste anlockte.

Es wurde ja auch einiges verbessert rund um den See, um die Aufenthaltsqualität zu steigern, wie vor allem die Seebar, der Kinderspielplatz und Wasserspielbereich. Davon profitieren auch die Urlauber auf dem nahegelegenen Eifel-Camp, das ebenfalls einen großen Zulauf erlebt. 

Die gestiegene Nachfrage nach naturnaher Urlaubsgestaltung in Seenähe hat nun weitere Investoren für Übernachtungsmöglichkeiten am Freilinger See auf den Plan gebracht. 

Jahre lang hatte man vergeblich versucht, für die von Anfang an für eine touristische Erschließung vorgesehene Ostseite des Sees einen Investor zu finden. Dort wäre laut Bebauungsplan sogar der Bau eines Hotels auf der insgesamt 160.000 qm umfassenden Fläche möglich. Doch alle Versuche, die als "Steinseite" vor allem bei Freilingern beliebte Seeseite touristisch zu erschließen scheiterten aus den verschiedensten Gründen. 

Zuletzt berichtete die Kölnische Rundschau am 31. März 2011 über die höchster Geheimhaltung unterliegenden Pläne eines vermeintlichen Großinvestors aus dem fernen Kirgisistan bezüglich einer riesigen Ferienhausanlage samt Hotel am Freilinger See. Der damalige Bürgermeister Rolf Hartmann war damals optimistisch, einen millionenschweren Investor für einen Ferienpark am Freilinger See gefunden zu haben. 

Man hatte zum Vergleich Prospekte einer Luxus-Hotelanlage der Karvan-Gruppe zu sehen bekommen, die am riesigen Issyk-Kul-See in Kirgisistan betrieben wurde. Allerdings sollten von vornherein weniger als die laut bisherigem Bebauungsplan erlaubten 300 Ferienhäuser gebaut werden. Auch das Hotel am Seeufer, für das bis zu vier Stockwerke erlaubt sind, sollte nach Vorstellung der Verwaltung kleiner ausfallen und sich in die Landschaft einfügen.

Die Verhandlungen über die Investition im zweistelligen Millionenbereich platzten allerdings damals u.a. aufgrund unterschiedlicher Vorstellungen von den notwendigen Planungs- und Genehmigungsverfahren bzw. der Dimension des Projektes und ersparten der Gemeinde wahrscheinlich viel Ärger und dem Freilinger See eine überdimensionierte Hotel- und Ferienhausanlage. 

Auch war man sich in der Politik nicht so richtig einig, welche Art von Ferienanlage überhaupt direkt am See verwirklicht werden sollte. 

Um zumindest hier eine gewisse Vorgabe in der Hand zu halten, wurde Anfang 2012 ein interfraktioneller Arbeitskreis gebildet, der unter Leitung eines Fachbüros für Tourismusberatung ein Eckpunktepapier erarbeitete. Als Idealvorstellung wurde die Ansiedlung eines hochwertigen, offen betriebenen Tourismusangebotes angesehen, das in regionaltypischer Bauweise errichtet würde und sich in das Landschaftsbild hinsichtlich Architektur und Dimensionierung naturnah einfügen sollte. 

Dieses Eckpunktepapier wurde im Dezember 2012 vom Rat beschlossen und enthielt damit einen klar definierten Rahmen für die gewünscht touristische Entwicklung am Freilinger See. Damit wollte man nicht nur Planungssicherheit für möglliche Projektierer schaffen, sondern auch nachhaltiges Vertrauen in der Bevölkerung aufbauen, dass der See durch eine Vermarktung der Bauflächen nicht seine Natürlichkeit und sein ursprüngliches Gesicht verlieren würde. 

Aber auch mit diesen klaren Vorgaben für einen möglichen Investor hielt sich ein Interesse an einer Investition am Freilinger See bisher in Grenzen. 

Das hat sich offenbar geändert. 

Denn nun plant die Neugrad Immobilien GmbH aus Monheim am Rhein, oberhalb des Freilinger Sees, zwischen Waldlehrpfad und der Zufahrtstraße zum Feriendorf, eine kleinere Ferienhausanlage zu errichten und zu betreiben, die tatsächlich genau dem entspricht, was vor 10 Jahren im damals verabschiedeten Eckpunktepapier als Idealfall angesehen wurde. 

Denn die Firma Neugrad steht für nachhaltigen und sanften Tourismus in der Natur und Berücksichtigung der Werte „Natur & Ruhe“, „Design & Ästhetik“ sowie „Inspiration & Achtsamkeit“ eintritt (weitere Infos unter folgdendem Link: Neugrad Immobilien GmbH).

Geplant ist die Errichtung und der Betrieb von sog. Design-Cabins, die sich mit intelligenter Raumlösung, zurückhaltender Möblierung, moderner Haustechnik (das Abwasser wird in eine eigene Bio-Kleinkläranlage geleitet) und ökologischen Materialien durch möglichst geringen Eingriff in die natürliche Umgebung einfügen.

(Beispiel für sog. Cabins in Vogelsang)

So sollen die in Freilingen geplanten 20 qm großen Cabins in 50cm Höhe auf einer Plattform aufgeständert sein, so dass der Waldboden nicht unnötig versiegelt wird und Regen vor Ort versickern kann. Das Gelände soll autofrei bleiben, weshalb die Ferieneinheiten nur über einen Fußweg durch den Wald zu erreichen sind. Solche Cabins wurden von Neugrad bereits im Nationalpark Eifel in Vogelsang realisiert und erfreuen sich großer Beliebtheit.

Das geplante Investitionsvolumen in der Gemeinde Blankenheim beläuft sich auf 3,5 Mio. bis 5 Mio. Euro.

Erwartet werden bis zu 10.000 Gäste pro Jahr, die in die Kassen der örtlichen Betriebe und Dienstleister zumindest rechnerisch mindestens einen mittleren sechsstelligen Betrag fließen lassen.

Blankenheim wäre laut Investor mit diesem Projekt ein Vorreiter für einen modernen Tourismustrend – verträglich für Umwelt und örtliche Bevölkerung -, was auch zu einem Imagegewinn durch die bundesweite Präsenz in entsprechenden Fachzeitschriften wie GEO Saison führen würde.

Zudem würde ein nachhaltiges Arbeitsplatzangebot geschaffen, da der Mitarbeiterpool mit örtlichen Kräften besetzt werden soll (der notwendige Personalbedarf liegt bei ca. 8-10 Mitarbeitern).

„Wir freuen uns, Hand in Hand mit der Gemeinde Blankenheim ein nachhaltiges Konzept zum ganzjährigen Tourismus in der Natur entwickeln und umsetzen zu können", freut sich der geschäftsführende Gesellschafter von Neugrad, Frank Zweigner über die Zusammenarbeit mit der Gemeinde und die Realisierung des geplanten Projektes.

"Ökologisches Bauen bei einem hohen Anspruch an Design und Ausstattungsqualität, Erhalt des Naturraums sowie ein nachhaltiges Bewirtschaftungsmanagement sind hierbei die Eckpfeiler. Durch die Einzigartigkeit des Projektes sowie die zielgerichtete Kundenansprache erreichen wir nationales sowie internationales Gästepotential, von welchem die Region Blankenheim profitieren wird.“

Der Erwerb und die Bebauung der Gesamtfläche von 66.188 qm soll in drei Schritten erfolgen. 

In einem ersten Bauabschnitt werden auf rund 15.000 qm 20 spezielle "Tiny-Häuser" und ein Versorgungsgebäude errichtet, womit man weit unter der möglichen Bebauung bleibt. 

(geplanter Baubereich)

In einer Sitzung am 14.07.2022 hatte der Gemeinderat nach positiven Signalen aus der Politik bereits eine entsprechende Absichtserklärung hinsichtlich der näheren Vertragsverhandlungen mit dem Investor beschlossen. Nach Vorstellung der Pläne im Ausschuss für Kommunale Betriebe am 01.09.2022 wird am 15.09.2022 nun über das Projekt noch einmal im Rat beraten.

In der Sitzung am 20.10.2022 soll dann abschließend der notarielle Kaufvertrag durch die Ratsmitglieder beschlossen werden. 

Die Bürgermeisterin Jennifer Meuren zeigt sich ebenfalls zufrieden mit dem Projekt, das sich ganz nach Vorgabe des Eckpunktepapiers in das naturnahe Gesamtkonzept am Freilinger See einfügen lässt. 

"Ich freue mich, dass wir mit der Firma Neugrad jemanden haben, der ein nachhaltiges Konzept realisieren möchte und wir so die touristische Potenzialfläche in der Nähe des Sees nach jahrelangen Vermarktungsversuchen endlich gut entwickeln", so die Verwaltungschefin auf Nachfrage. 

"Das Konzept passt perfekt zum "Slow travel" - Tourismuskonzept unserer Gemeinde, ebenso zu unserer Klimaschutzstrategie. Denn die Bebauung ist deutlich weniger intensiv, als der Bebauungsplan es ermöglichen würde. Dass Neugrad die Waldfläche in der Nähe des Sees nutzen möchte, aber kaum Wald hierfür gerodet werden muss, ist ebenso positiv", beschreibt sie das Vorhaben. 

Diese Fläche sei für das Konzept sehr geeignet. Und die deutlich geringere Bebauung sei auch ein Kompromiss für die Anlieger an den Verkehrswegen. Mit 20 Häusern entstehe wenig zusätzlicher Verkehr.

"Nicht zuletzt sind aber auch die Einnahmen durch den Grundstücksverkauf und die Einnahmen aus der Übernachtungssteuer für alle Bürger:innen der Gemeinde positiv. Ich glaube so werden alle Interessen angemessen berücksichtigt", erklärt sie mit Blick auf die Gesamtgemeinde. 

Wie es denn mit der eigentlich für ein großes Hotel vorgesehene Fläche direkt am Freilinger See, also der sog. Steinseite aussieht, wollen wir abschließend von ihr wissen. 

"Ich habe eine klare Meinung zur Fläche direkt am See. Diese eigentlich ebenfalls als Bauland vorgesehene Fläche würde ich ungern vermarkten, da sie für den reinen Badebetrieb erhalten bleiben sollte. Es ist wichtig, dass der See trotz aller Infrastrukturmaßnahmen und Projekte seine Ursprünglichkeit und Naturbelassenheit nicht verliert und damit sein natürliches "Gesicht" behält", so die Bürgermeisterin. 

Weitere Informationen unter folgendem Link: Projekt Neugrad Freilinger See

 



 

Freilinger Infobox

 

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