"Feuerwehr-Alarm"- normalerweise verheißt das nichts Gutes: entweder ein Brand, eine technische Hilfeleistung bei Verkehrsunfällen oder ein sonstiger dringlicher Rettungseinsatz. Doch der Alarm am Donnerstag, 7. Mai um 9.54 Uhr hörte sich dann doch etwas außergewöhnlicher an, als zunächst zu erwarten war "Einsatz Rohr L115 - 6 Gänse freilaufend". Was sich aus diesem ganz besonderen Hilfseinsatz im Laufe des Vormittags entwickelte, schildert die Freilinger Feuerwehr-Frau Romy Zavelberg in einem sehr unterhaltsamen "Einsatzbericht". Einfach herrlich!

 

Ein sonniger Donnerstag-Vormittag in der Eifel.

Es ist kurz vor 10 und ich habe mir gerade einen Kaffee in meinem Home-Office gemacht, als meine Feuerwehr-App Alarm schlägt: „Einsatz Rohr L115 – 6 Gänse freilaufend“ - gut, das war es dann wohl mit dem Kaffee – ich mache mich zügig auf den Weg und treffe am Gerätehaus meine Kameraden – gemeinsam machen wir uns bewaffnet mit Mundschutz und Handschuhen etwas skeptisch auf den Weg zum Einsatzort.

Dort angekommen stellen wir fest, dass die 6 Gänse netterweise bereits auf den Fahrradweg spaziert sind – doch die Lage blieb brenzlig. Schließlich wusste niemand von uns, ob sie nicht doch zu dem Entschluss kommen würden, dass der Straßenbelag der L115 angenehmer für die Gänsefüße ist.

Kurz nach unserer Ankunft traf auch schon die Löschgruppe Lommersdorf ein und gemeinsam erörterten die beiden Löschgruppenführer die weitere Vorgehensweise. Nach dieser kurzen Besprechung über diese ungewöhnliche Lage hatte man nun entschlossen, die „Flüchtigen“ weiter in den Waldweg zu treiben um den Sicherheitsabstand zur viel befahrenen L115 zu vergrößern.

Dann schlichen sich mehrere Feuerwehrleute über Stock und Stein durch den Wald an den Gänsen vorbei – die anderen folgten auf dem Weg und kurzerhand wurden dann die 6 Gänse langsam im „Gänsemarsch“ zusammengetrieben und eingekesselt - so wurde die Lage für die Gänse immer enger.

Begeistert schienen sie davon überhaupt nicht, denn als der Kreis aus dunkelblau-neon-gelb-gekleideten Personen mit Mundschutz immer enger wurde, kam Nervosität in der gefiederten Gruppe auf. Nichts desto trotz konnten 4 der Gänse gepackt und im Caddy von Kamerad Siggi untergebracht werden.

Doch zwei Rebellen waren weiterhin auf der Flucht. Ihr Weg führte sie wieder tiefer in den Waldweg hinein, doch so einfach lassen sich waschechte Feuerwehrmänner und -frauen nicht abschütteln.

Glücklicherweise hatte eine der beiden Abtrünnigen für sich entschieden, dass ein weiterer Fluchtversuch wohl aussichtslos war und sich kampflos ergeben. Sie konnte widerstandslos aus dem Busch gehoben werden. Doch die Letzte war ein wahrer Kämpfer – sie war noch nicht bereit das Handtuch zu werfen und so mussten weitere Kameraden nachrücken, um sie ein weiteres Mal einzukesseln.

Zwischenzeitlich hatte sich am Startpunkt die Lage entspannt und Kamerad Siggi und auch ich konnten uns mit unseren gefiederten Freunden auf dem Arm arrangieren. Mein Arm schien wohl eine so entspannende Wirkung gehabt zu haben, dass „Herr Gans“ nicht mehr innehalten konnte und sich erleichterte.

Na lecker!

Schlussendlich gelang es dann aber auch „Team Last Resistance“ nach kurzer Zeit die letzte Gans einzufangen – und so konnte Siggi das „Team Gans“ zum nächst gelegenem Weiher in Sicherheit bringen.

 

Einsatz erfolgreich abgeschlossen!

Wenn doch bloß jeder Einsatz so schön wäre...

 

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