Digitalisierung - dieses Schlagwort ist zur Zeit in aller Munde. Eine wesentliche Voraussetzung für die zügige Entwicklung neuer Digitalstandards ist aber in jedem Fall auch ein leistungsfähiger Breitbandanschluss. Aufgrund eines aktuellen Förderprogramms wird in den nächsten Wochen auch in Freilingen mittels Glasfaserausbaus die Netzinfrastruktur verbessert. Im Rahmen dieser Maßnahme werden all die Haushalte an das Glasfasernetz angeschlossen, die bisher als unterversorgt ( weniger als 30 Mbit/s) galten. Hier Informationen und ein umfassender Überblick über das Ausbauprojekt!

Schnell, schneller, Glasfaser...Was bedeutet was?

(Quelle: Glasfaser-uedem.de)

 

Die Versorgung mit leistungsfähigen Breitbandnetzen und damit eben auch der Ausbau der Glasfaserversorgung liegen in der Hand von privatwirtschaftlichen Telekommunikations-Unternehmen (Netzbetreibern), vor allem der Telekom. Allerdings ist der Netzausbau sehr kostenintensiv. Wo sich ein Ausbau aus wirtschaftlichen Gründen nicht lohnt, aber dennoch schlechte Internetverbindungen festzustellen sind, wie z.B. in dünn besiedelten ländlichen Gebieten, unterstützen Bund und Länder durch Förderprogramme den Ausbau der Breitbandbandnetze. Dadurch sollen diese sog. weißen Flecken beseitigt werden.

Um den Bedarf an einer breitbandigen Internetversorgung für die unterversorgten Gebiete im Kreis Euskirchen zu decken und den sehr kostenintensiven Netzausbau zu ermöglichen, haben sich die kreisangehörigen Kommunen entschieden, entsprechende Fördermittel bei Bund und Land NRW zu beantragen. Der Kreis Euskirchen tritt dabei als bündelnder Antragsteller für die elf kreisangehörigen Kommunen auf und realisiert das Projekt als gemeinsame Aufgabe.

Ziel des aktuellen Förderprogramms, das das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) entwickelt hat, ist es, allen Anschlüssen in Deutschland eine Versorgung von mind. 30 Mbit/s zu ermöglichen. Alle Anschlüsse, die nach technischer Datenlage bereits oberhalb dieser sog. Aufgreifgreifschwelle liegen, also zur Zeit bereits eine Verbindung von mindestens 30 Mbit/s haben, werden also von dieser Förderung nicht erfasst und dürfen daher über dieses Programm auch nicht an eine höhere Breitbandversorgung angeschlossen werden. Außerdem sind Anschlüsse nicht förderfähig, die von einem Telekommunikationsunternehmen selbst, d.h. eigenwirtschaftlich, bis Ende 2020 ausgebaut werden sollen.

Zu Beginn des Förderverfahrens im Jahr 2015 war angedacht, die angestrebte Versorgung über die Verbesserung des bestehenden Kupfernetzes zu erlangen (sogenannte Vectoring-Technik). Der Kreis Euskirchen konnte in langwierigen Verhandlungen mit seinem Auftragnehmer Telekom aber erreichen, dass im Rahmen des Förderprogramms nur noch Glasfaser-Technik verwendet wird. Glasfaser ist die aktuell bestmögliche Technik und ermöglicht Bandbreiten bis in den Gigabit-Bereich und somit eine Versorgung, die deutlich über dem ursprünglichen Ziel von 30 Mbit/s liegt.

Um zu klären, welche Anschlüsse nach diesen Kriterien förderfähig sind und welche nicht, wurde durch den Kreis Euskirchen im Vorfeld des Förderantrages ein sogenanntes öffentliches Markterkundungsverfahren durchgeführt, das zugleich Voraussetzung für eine Antragsstellung ist. Hierbei wurden die in der Region tätigen Telekommunikationsunternehmen aufgefordert, Daten zur bestehenden Versorgung mit 30 Mbit/s (Ist-Versorgung) und zu den noch in Planung befindlichen Vorhaben (zukünftiger Eigenausbau) abzugeben. Die abgegeben Versorgungsmeldungen bilden als technische Datenlage die Grundlage für die Planungen im Förderprogramm.

Diese Erhebungen können dazu führen, dass in einem Ortsteil unterversorgte und versorgte Anschlüsse unmittelbar nebeneinander liegen. Der eine, bisher bereits mit 30 Mbit/s versorgte Anschluss wird und kann fördertechnisch auch nicht an das Glasfasernetz angeschlossen, weil er die Fördervoraussetzungen nicht erfüllt. Der nachgewiesen unterversorgte Nachbar erhält dagegen kostenlos mit Fördermitteln eine Glasfaserverbindung, um die beschriebene Mindestversorgung von 30 Mbit/s zu erreichen. Aufgrund der Glasfasertechnik kann er künftig allerdings auf wesentlich höhere und zukunftsfähigere Bandbreiten zugreifen.

In der Ortslage Freilingen profitieren rund 60 Haushalte vom beschlossenen Glasfaserausbau. Die gleiche Anzahl an Anschlüssen kann demnächst im Feriendorf Freilingen auf hohe Versorgungsraten zugreifen. 

Es ist nachvollziehbar, dass diese Regelung zu Unverständnis und Irritationen in der Nachbarschaft führt. Dies liegt aber begründet in der Förderrichtlinie des Bundes und kann von Kreis und Kommunen nicht verändert werden. Der Kreis bemüht sich, in diesen Einzelfällen eine Klärung herbeizuführen.

In folgenden Straßen werden in der Ortslage die Verlegungsarbeiten durchgeführt: 

An den pink gekennzeichneten Stellen werden Versorgungskästen aufgestellt. 

Im Feriendorf erfolgt die Verelgung folgendermaßen: 

Im Rahmen des geförderten Breitbandausbaus ist grundsätzlich gewährleistet, dass eine ausreichende Versorgungskapazität mitverlegt wurde bzw. wird. Damit wird zumindest in technischer Hinsicht die Voraussetzung geschaffen, auch alle umliegenden, jetzt nicht angeschlossenen Haushalte zumindest zukünftig an das bestehende Glasfasernetz anschließen zu können bzw. anzuschließen.

Die Entscheidung hierfür liegt aber nicht beim Kreis oder den Kommunen, sondern ausschließlich bei der Telekom, der die geförderte Netzinfrastruktur befindet im Kreis Euskirchen gehört. Ob bzw. wann die Telekom aus privatwirtschaftlichen Gründen für einen weiteren Ausbau entscheidet, ist allerdings nicht abzusehen.

Detaillierte Informationen mit FAQ’s zum Projekt finden Sie auf den Seiten des Kreises Euskirchen unter www.kreis-euskirchen.de/kreishaus/breitband

Für Rückfragen steht die Telekom FTTH-Hotline zur Verfügung (unter Tel: 0800 77 33 888 oder auf www.telekom.de/kreis-euskirchen)

Tipp:  Fragen rund um Anschluss oder Netzausbau kann man auch im Blog der Telekom unter der oben angegebenen Adresse stellen. Hier kann man sich direkt mit den Fachleuten aus der Telekom-Hilft-Community austauschen.

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