November ... Monat der stillen Gedenktage. Einer davon ist der Volkstrauertag, der am Sonntag, 17.11.2019 begangen wird. In Freilingen wurde im Rahmen einer Ansprache mit einer anschließenden Kranzniederlegung, musikalisch umrahmt vom Musikverein Freilingen und unter Beteiligung der Freiwilligen Feuerwehr, bereits am 10.11.2019 der Opfer von Krieg und Gewalt gedacht. Zudem hat in den Wochen zuvor der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge eine Haus- und Straßensammlung für die Pflege der Kriegsgräberstätten durchführen lassen, die.in Freilingen den erfreulichen Betrag von 669,54€ ergab. Ein herzliches Dankeschön dafür!

Für den Sonntag, 17.11.2019 finden wir in unserem Kalender den Eintrag „Volkstrauertrag".

Doch was nützt uns ein kalendarischer Eintrag, wenn er nicht in unserem Bewusstsein und Handeln Ausdruck findet. Wer steht schon am Sonntagmorgen auf im Gedenken an Abermillionen von Kriegstoten und Opfer von Gewaltherrschaft? Wird die Bedeutung des Volkstrauertages allein dadurch vermittelt und bewusst wahrgenommen, dass er staatlicherseits offiziell als Gedenktag verordnet worden ist ?

Wohl kaum. Es bedarf an solchen Tage vielmehr eines Aufrufs, eines Anstoßes zum Erinnern und eines besonderen Zeichens, zumal es ja von Jahr zu Jahr immer weniger unter uns werden, die sich selbst, aus eigenem Erleben an die Schrecken der beiden Weltkriege erinnern. 

Alle, die diese Bilder von Tod, Gewalt, Not und Zerstörung nicht in ihren Gedanken eingebrannt haben, denen solche Kriegsnarben auf der Seele erspart geblieben sind, müssen erinnert werden. Denn sonst macht sich Vergessen breit. Haben die Millionen von Opfer das verdient ?

Der Volkstrauertag, der seit 1952 als offizieller Gedenktag in Deutschland begangen wird, soll die Schrecken von Krieg und Gewaltherrschaft wachrufen, die uns als ganzes Volk erschüttert haben und eigentlich jedes Vorstellungsvermögen sprengen.

Wir müssen uns vor Augen führen, dass hinter den unfassbaren Zahlen der Toten und Opfer individuelle Schicksale stehen, tragische Geschichten, Namen und Gesichter. Der Sohn, der an der Front fiel, der Bruder, der im Bombenangriff umkam, der Ehemann, der in der Kriegsgefangenschaft elendig verhungerte.

Sie alle durften ihr Leben nicht zu Ende leben. In vielen Fällen fehlt es sogar an einem eigenen Grab, an dem die Hinterbliebenen hätten trauern können, sei es durch ein inneres Gespräch, eine angezündete Kerze oder eine niedergelegte Blume. Unzählige Opfer sind noch nicht einmal auf den über 800 Soldatenfriedhöfen zu finden, die es in ganz Europa gibt.

Umso wichtiger ist ein solcher Gedenktag gegen das Vergessen.

Durch die am Volkstrauertag überall stattfindenden Gedenkfeiern geraten die Folgen der beiden Weltkriege, gerät das massenhaften Leid, welches Krieg über die Menschen bringt und das Leben von Generationen beeinflusst, wieder in den Fokus der Aufmerksamkeit. 

Solche Rückblicke machen uns erneut bewusst, welche Geschichte uns geprägt hat. Und sie lassen uns die Gegenwart und die Herausforderungen der Zukunft klarer erkennen. Der Blick zurück kann unsere Aufmerksamkeit schärfen und uns warnen, was kommen kann, wenn wir unachtsam werden. Unser Gedenken ist daher heute wie auch in Zukunft unverzichtbar

Wir müssen dankbar sein für den Frieden, den wir erleben dürfen, in dem wir leben dürfen. Denn unser Frieden ist ein Geschenk.

Er ist anfällig und schnell zerstörbar, wie wir auch heute noch weltweit immer wieder erfahren müssen. Es liegt nicht in unserer Macht, das vergangene Leid rückgängig zu machen. Es liegt aber in unserer Hand, alles dafür zu tun, dass zumindest in unserem Land nie wieder Kriegsgräber benötigt werden.

Wir tragen die Pflicht zur Verantwortung für den Erhalt des Friedens, für ein friedvolles, tolerantes Miteinander in unserer Gesellschaft. Eine Gesellschaft, die keine Gewaltparolen, keine Hasschöre, keine nationalistische Quertreiberei zulässt, die sich gegen Vorurteile und Intoleranz stemmt, die die Menschenwürde achtet.

In Freilingen wurde mit einer Ansprache und einer anschließenden Kranzniederlegung, würdevoll musikalisch umrahmt vom Musikverein Freilingen und unter Beteiligung der Freiwilligen Feuerwehr Freilingen, bereits am Sonntag, der 10.11.2019 nach dem feierlichen Patrozinium der Kriegs- und Gewaltopfer gedacht, da am eigenltichen Volkstrauertag hier keine Messe stattfindet.

Ein besonderes Zeichen von Bewußtsein und Verantwortung hat die Dorfgemeinschaft im übrigen auch durch ihre große Spendenbereitschaft im Rahmen der diesjährigen Haus- und Straßensammlung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge gezeigt. 

Bei dieser von freiwilligen Helfern Anfang November durchgeführten Sammlung kam der beachtliche Betrag von 669,54€ zusammen, mit dem nun die weitere Arbeit des Volkbundes unterstützt werden kann, u.a. für die Suche nach den Gräbern der Weltkriege, für die Pflege der Kriegsgräberstätten und die Jugendarbeit des Volksbundes.

Für diese großzügige Spende möchte ich mich als Ortsvorsteherin ganz herzlich bedanken.

In diesem Kontext immer wieder interessant und zu tiefst beeindruckend zu lesen das Interview mit Matthias Korth, der als 17jähriger Soldat in russischer Kreigsgefangenschaft geriet. Jedem zu empfehlen!

Freilinger Infobox

  • So. 1.12. u. 8.12.: "Hyggeliges Basarchen", jeweils 11.00-14.00 Uhr, Atelier Wolff, Steinstraße 14
  • Sa, 14.12.: "Adventszauber", ab 15.00 Uhr, am und im Bürgerhaus

Werbung