Es war mal wieder spannend in Freilingen...denn jede/jeder, die/der eine pinke/blaue Eintrittskarte für die "Verrückte Sitzung" in Freilingen, Käspers neuester Event-Idee erworben hatte, wusste letztlich nicht so genau, was sie/ihn am 23. Januar ab 16.11 Uhr im geteilten Saal von Meiershof im Frauen-/Männerbereich genau erwarten würde. Doch auch diesmal ging das Veranstaltungskonzept des kreativen Freilinger Wirtes wieder voll auf und das Publikum rechts und links des Vorhangs war gleichermaßen begeistert, na jedenfalls fast. Hier ein (entsprechend verrückter) zweifacher, bebilderter Rückblick von der Frauen-(Simone) und der Männer-(Mario) Seite. Sehr aufschlussreich!

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Simone's weibliche und eher nüchterne Sicht der Dinge: 

Mit meiner pinken Eintrittskarte für den Frauenbereich machte ich mich um 15.30 Uhr auf den Weg zu Käsper mit einer nur vagen Vorstellung von dem, was mich dort eigentlich erwarten würde. Aber Käsper hat uns ja schon oft von so manch verrückter Idee überzeugen können. Das Konzept hatte er mir anhand einer handgefertigten Skizze bereits im Vorfeld voller Enthusiasmus und Vorfreude erklärt, die Akteure waren dagegen streng geheim. Der Blangemer Prinz war jedenfalls nicht dabei, soviel war mir im Vorfeld schon klar. Und die ersten Bilder vom abgetrennten Saal konnte man kurz vorher in den sozialen Netzwerken erhaschen. Man durfte gespannt sein.

Im Kneipenraum durften die Damen dann über den offiziellen Eingang den Saal betreten, während die eintreffenden Herren über den Nebeneingang zum Männerbereich geschleust wurden. Der Frauentrakt war nach links mit einem roten Tuch abgetrennt, in einer für mich noch überschaubaren Höhe, so dass ich bei einer Größe von 1,67 cm und dank meiner hohen Absätze den männlichen Trakt so gerade noch gut überschauen konnte. Dabei fiel mir dann sofort eines auf: die Männerseite war schon voll besetzt, während im Damenbereich noch ein paar wenige Tische unbesetzt waren.

Die Erklärung war für mich naheliegend: Einlass 15.00 Uhr, die Männer waren sofort zum Fassanstich geschlossen zur Stelle, nachdem sie sich in 10 Minuten karnevalistisch zurechtgemacht hatten. Ein nicht unerheblicher Teil der weiblichen Gäste brauchte für die kostümmäßige Ausstaffierung dagegen offensichtlich länger als 10 Minuten, wobei der Drang nach perfektem Outfit bei Frauen bekanntermaßen stärker ausgeprägt ist als der Drang zum Bierfässchen.

Doch bis zum Sitzungsbeginn um 16.11 Uhr war auch die Damenwelt vollständig angetreten und die Seite voll besetzt, natürlich in den schönsten Kostümen und bester Feierlaune. Nachdem DJ Jörg Grewe bereits vor der Sitzung mit eingespielter Karnevalsmusik die Stimmung angeheizt hatte (jedenfalls auf der Frauenseite!), eröffnete Willi Wilden als "Sitzungspräsident" das karnevalistische Treiben, nicht ohne vorher dem Wirt noch ein Kompliment auszusprechen : "Der Käsper ist ganz schön mutig mit dieser Veranstaltung. Ich kann euch aber versprechen, dass wird eine tolle Veranstaltung".

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Und er sollte Recht behalten. Bereits beim ersten Auftritt, dem Kölner Landmetzger bekam das Publikum rechts wie links des Vorhangs beste Unterhaltung geboten. Ausgestattet mit einer kleinen Gitarre bot Matthias ("Mac") Kalenberg aus Rheinbach ein bunt gemischtes Programm aus Gesang, Slapstick und Imitationen, bei dem er von vom Alltag und vor allem von der Kundschaft eines Landmetzgers berichtete. Neben einer Heinz Erhardt Parodie konnte er vor allem mit einem Joe Cocker Lobgesang auf eine Wurst und seiner Version von "Op dem Maat stonn die Buure" überzeugen. Klasse, die Frauen hatten Spaß !

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Dann sorgte Willi Wilden selbst mit Unterstützung von "Sonja" für eine musikalische Einlage und Schunkellieder. Die Damen schunkelten fleißig, die Herren weniger, soviel konnte über den Vorhang hinweg erahnt werden. Die Männer füllten offenbar lieber weiter kontinuierlich ihre Biergläser. Trinken und schunkeln gleichzeitig ist ja auch schwierig, Multitasking ist eben eher etwas für Frauen. Und überhaupt,  Biertrinken ist ja schließlich auch eine Form von Bewegung und karnevalistischer Stimmungsmache, oder etwa nicht?

Als nächstes Stand dann mit Oliver Hoff (ebenfalls wie Willi Wilden ein ehemaliges Mitglied der Drei-Colonias) auf dem Programm, der als Willy Millowitsch Double bekannte Lieder der Kölner Schauspieler- und Karnevalsgröße zum Besten gab. Die Damen sangen, zum Teil erstaunlich textsicher mit, die Männer füllten derweil noch erstaunlich treffsicher ihre Gläser. Man kann ja auch im Stillen mitsingen bzw. brummen... 

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Anschließend sorgte "Herr Schamitz" mit seinem unterhaltsamen Vortrag (u.a. über Penisabbissversicherungen) für zahlreiche Lacher und gute Laune auf beiden Seiten.

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Klar auf die Damenseite ausgerichtet war dann der Auftritt des Sötenicher Männerballetts, den "Suetenicher Traumtänzern". Sie zählen aufgrund ihrer choreografisch anspruchsvolleren Männer-Tänze in den letzten Jahren schon fast zu den "Stammgästen" auf der traditionellen Freilinger Karnevalssitzung freitags nach Weiberdonnerstag. Auch diesmal konnten sie durch einen abwechslungsreichen Tanz als Liebesboten aus dem "Amor Himmel" ihr weibliches Publikum mitreißen. 

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Mitreißend war in jedem Fall dann auch die Travestie-Show von "Regina Red", der singenden "Hairstylistin von der Puderrosa Ranch". In kürzester Zeit gelang es dem 41 Jahre alten aufstrebenden Travestie-Künstler aus Dahlem (im realen Leben Friseur und mit bürgerlichem Namen Rene Schaffrath) die weiblichen Gäste mit seiner abwechslungsreichen Show aus Gesang und Comedy zu begeistern. Ob als Nena oder Andrea Berg, in jedem Outfit machte "Regina" nach entsprechender Kostüm- und Perückentausch unter Hilfestellung der Ehefrau Andrea eine tolle Figur.

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Beachtlich aus meiner Sicht war neben der aufwendigen Kostümierung vor allem die Sicherheit, mit der "Regina" auf den unterschiedlichsten, mindestens 12 cm hohen High Heels über die Bühne oder durch die weiblichen bzw. männlichen Publikumsreihen stolzierte. Hut ab ! Mir taten schon bei einem 5 cm hohen Absatz nach kurzer Zeit die Füße weh. Aber was macht man nicht alles für einen ungestörten Blick über die Trennwand...

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Zum Schluss des im Frauenbereich begeistert gefeierten Auftritts scheute sich der/die Künstler/in auch nicht, die rothaarige Mähne herunter zu nehmen und ohne Perücke von der Bühne zu gehen, so dass man eine Vorstellung davon bekommen konnte, wer hinter "Regina Red" steckte. Und das ohne Rücksicht auf die eigene Frisur...so etwas macht dann wiederum auf jeden Fall nur ein Mann!

Zu erahnen, wer und was hinter dem Kostüm steckte, fiel beim nächsten Auftritt der Tanzgruppe "Fiesta Tropical Eifel" dann weniger schwer. Da gingen vor allen Dingen die Herrenaugen auf, als die jungen Damen in ihren viel Haut zeigenden, farbenprächtigen Kostümen in den Saal einmarschierten und ihre brasilianische Show boten.

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Die mitreißenden Samba-, Salsa- und Rumba-Rhythmen verleiteten aber wieder in erster Linie das Publikum im Frauenbereich mitzutanzen und die Hüften zu bewegen, während die Männer sich in erster Linie auf das Zuschauen beschränkten. Aber nur bis zu dem Zeitpunkt, bis die Damen dann auch Vertreter der Herrenseite auf die Bühne baten und zum Tanzen animierten. Da konnte man tatsächlich beobachten, wie einige Herren doch noch zur Höchstform auflaufen konnten. Kein Wunder, bei einer solchen Anleitung! Jetzt war der Bann gebrochen!

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Die nunmehr aufgeheizte Stimmung wussten dann die 5 Musiker der Kölschrockband "De Halunken" gekonnt aufzugreifen.

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Nun war auf beiden Seiten Stimmung angesagt, so dass sich das gut gelaunte Publikum nach zügigem Entfernen des "trennenden" Vorhangs dann munter und locker durchmischen und weiterfeiern konnte bei der anschließenden DJ Jörg Grewe Karnevals-Party. Käsper, der den ganzen Abend dafür gesorgt hatte, dass sein Konzept bestens funktionierte, zeigte sich sehr zufrieden.

Das weibliche Publikum zeigte sich ebenfalls begeistert von der Sitzung. So manch einer von der Männerseite hätte sich wohl gewünscht, dass der Vorhang 30 cm höher gehangen hätte, damit man vor den weiblichen Blicken tatsächlich vollständig geschützt gewesen wäre und vielleicht so mancher Freund oder Ehemann nicht den Eindruck haben musste, dass er unter Beobachtung der Angetrauten stand. So wurde dann das ein oder andere Mal auf der männlichen Seite aus welchen Gründen auch immer der verzweifelte Versuch gestartet, den Vorhang höher zu drappieren. Ohne langen Erfolg!

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Ich persönlich fand die Höhe der Abtrennung dagegen genau richtig...konnte man doch immer mal wieder einen frechen Spruch und einen amüsierten, teils auch "mitleidigen" Blick auf die andere Seite werfen.

 

Der ungeschminkte männliche Blick Mario's:

Männer links und Frauen rechts. So gibt es auch der Knigge vor: "Die rechte Seite gilt doch generell als Ehrenplatz, und es wird der Mann mit seiner rechten Hand auch eher gelingen, die Dame etwa vor dem Stolpern zu bewahren. "

Als Teil der eher unehrenhaften Seite fiel eines direkt auf: "Wein, Weiber und Gesang" passen in der Tat zusammen.

Links lautete das Motto zu Beginn eher: "Kölsch, Kerle und Kontrolle der Bundesliga-Ergebnisse", spielte der FC doch parallel zu Hause gegen Stuttgart.

DJ Jörg Grewe hatte es mit uns sichtlich schwerer. Wir Männer brauchen wohl etwas Ansaufzeit. Männer schunkeln nur im Dunkeln.

Verena B. hatte Schwerstarbeit zu verrichten und schleppte Fass um Fass durch die Männerschar. Das Kölschfass-Resultat am Ende: 35:5 (!) für die linke Seite trotz Überzahl der rechten Seite während der gesamten Spielzeit.

Der rote Vorhang auf Kinnhöhe (für einen als Piloten Verkleideten eher Augenhöhe) erlaubte es, das Geschehen jenseits der Abtrennung zu beobachten.

Was auffiel: Wir mögen Metzger, ihr eher geschminkte Friseure. Der Auftritt von Lady Red lässt in einem den Gedanken aufkommen, den Saal im nächsten Jahr gegebenenfalls zu dritteln. Interessenten für die Mitte des Saals bitte ab sofort bei Käsper melden!

Gewannen wir beim Kölschfass-Wettbewerb glasklar, so gab es auch bei den Damen einen überlegenen Sieger. Fiesta Brasil kam mit zwölf Beinlängen Vorsprung vor dem Sötenicher Männerballett ins Ziel.

 

Fazit:

Männer sind stille Genießer, bevorzugen üppige Mengen von Gerstensaft und spielen lieber Fußball als tragende Rollen im Karneval.

Und Frauen? ...schunkeln, singen, tanzen und reden länger und lauter!

Dennoch bleibt zu hoffen, dass Käsper im nächsten Jahr den Vorhang wieder auf- und abhängt und zur verrückten Sitzung mit anschließender Karnevalsparty einlädt. Denn Spaß hat es offensichtlich auf beiden Seiten gemacht, vor allen Dingen nachher mit allen zusammen!

Weitere verrückte Fotos von der Sitzung von der "Männerseite" gibt es unter folgendem Link : Verrückte Sitzung . Vielen Dank dafür an Rolf Dülsner

 

 

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