„Kölsche Ovend“ auf der Bierwoche der Gaststätte Meiershof in Freilingen... wer das nicht einmal live miterlebt hat, wird kaum glauben können und wollen, was und wer an diesem Abend in dem sonst so kleinen beschaulichen Ort alles anzutreffen ist. Unvorstellbar! Hier einmal ein ganz persönlicher Eindruck vom diesjährigen Bierwochen-Highlight.

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Früher in meiner Jugend, das bezeichnet übrigens den Zeitraum, den ich als Ende vierzig Jährige beschreiben kann und nicht etwa die Nachkriegszeit, war in Freilingen die Kirmes das größte Fest (das Seefest, das zu Hochzeiten Hunderte u.a. mit einem Feuerwerk an den See lockte, lassen wir hier einmal außen vor).

Die Zahl der möglichen Feieralternativen hielt sich damals in Grenzen und die Menge der Großveranstaltungen im Veranstaltungskalender war bescheiden bis überschaubar, so dass vor allem der Kirmessamstag ein absolutes Highlight auch im persönlichen Kalender war. Dann trafen sich alle Freilinger, ehemaligen Freilinger, Freunde und Förderer der örtlichen Kneipenszene, um einen unvergesslichen Abend in gedrängter Atmosphäre im raucherfüllten Saal von Meiershof zu verbringen, Neuigkeiten auszutauschen, Kontakte wieder aufleben zu lassen und im Kreise so vieler vertrauter Gesichter in heimatverbundenen Gefühlen zu schwelgen. Tanzen  konnte man weniger, weil auch die Tanzfläche voller Kirmesgäste stand und die männlichen Zeitgenossen sich schon damals in der Regel lieber am Bierglas oder an der Theke festhielten, jedenfalls ein überwiegender Teil.

Viele kamen eigens für diesen Termin von weither angereist, quartierten sich dann bei der mehr oder weniger begeisterten Verwandtschaft in Freilingen ein und durften sich dann für ein paar Stunden wieder wie echte Freilinger fühlen. Man konnte den ganzen Abend ausgiebig feiern und genießen, weil ja mit dem nachfolgenden Sonntag ausreichend die Möglichkeit bestand, den Schlafmangel auszugleichen und sich von den getränketechnischen Herausforderungen des Vorabends zu erholen, wenn man denn nicht auch noch den sonntäglichen Frühschoppen zelebrierte.

Es war immer ein wirklich schönes Fest, bei dem der Wirt alle Hände voll zu tun hatte und von dem er sich dann anschließend ein ganzes Jahr ausruhen konnte.

Doch die Zeiten ändern sich bekanntlich. Der Bedeutung der Kirmes als größtes Fest wurde in Freilingen mit zunehmendem Angebot der Gaststätte (Karneval, Bierwoche, Scheunenfest, Saison-Finale) wie auch der Vereine relativiert und die Veranstaltungspalette auch im näheren Umkreis mehr und mehr erweitert.

Inzwischen hat man fast jedes Wochenende die Möglichkeit, aus einem vielfältigen Angebot an Events und Festen zu wählen, ohne dass man dazu das Hoheitsgebiet der Gemeinde Blankenheim verlassen müsste. Im Hinblick auf dieses dadurch natürlich auch verursachte Konkurrenzgerangel der Veranstalter wird es auf nachvollziehbare Weise immer schwieriger, die Massen ausgerechnet für das eigene Fest zu begeistern und anzuziehen. Selbst mit überregional bekannten Musikern füllt man nicht mehr automatisch Säle und Hallen. Und auch bei vermeintlich geschickt gewählten Wochenendterminen, an denen dann das Angebot dann einmal nicht so groß erscheint, kann es passieren, dass der große Andrang ausbleibt. Von brechendvollen Veranstaltungshallen und Besucherströmen können die meisten Organisatoren dann meistens nur noch träumen.

Ach wenn ich da an früher denke....von wegen. Eine Veranstaltung macht da seltsamer Weise eine erfreuliche Ausnahme, der Kölsche Ovend auf der Bierwoche von Meiershof. Dieses Event ist nicht nur seit Jahren etabliert, sondern lockt von Jahr zu Jahr mehr Besucher an.

Das ist umso verwunderlicher, als der Kölsche Ovend mehr oder weniger Mitten in der Woche, an einem Donnerstag, stattfindet und das auch noch unter freiem Himmel. Dies macht die Veranstaltung zwar anfällig für Wetterkapriolen und fordert regelmäßig das gesamte Organisations- und Improvisationstalent des Wirtes heraus, führt dann aber in Sommern wie diesem mit südländischen Temperaturen und fast tropischen Nächten auch zu neuen Besucherrekorden.

 

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Ob es an FDH & Bums und damit am Musikangebot, an den frischen Reibekuchen, am besonderen Flair des Biergartens Freilingen liegt, daran, dass sonst niemand in der Eifel auf die Idee kommt, an einem Donnerstag Anfang August eine derartige Outdoor-Veranstaltung anzubieten oder daran, dass die Werbemöglichkeiten in Zeiten von Facebook und Internet ganz andere Reichweiten eröffnen, sei einmal dahin gestellt.

Wahrscheinlich liegt es an der Gesamtheit all dieser Faktoren, die an diesem Kölsche Ovend zusammentreffen. Auch in diesem Jahr lockte Käsper daher mit seinem kölnischen Donnerstag dank des Traumwetters wieder hunderte Gäste auf seine Bierwoche.

Diese außerordentlich guten äußeren Bedingungen stellen zwar auch den Freilinger Wirt vor besondere organisatorische Herausforderungen. Aber Käsper ist eben Käsper, und der kann nicht nur auch in Extremsituationen den Überblick und die Nerven behalten, sondern sprüht gerade bei solchen Ausnahmezuständen vor Ideenreichtum und Organisationsfreude. Da werden eben die Sichtschutzelemente, die den Biergarten zum Straßenbereich abgrenzen, größtenteils entfernt und der Gästebereich Richtung andere Straßenseite erweitert, die Nachbarschaft in die Feierlichkeiten wie auch immer einbezogen und die bestmögliche Thekenbesetzung aufgestockt.

Ja, auf den Freilinger Wirt ist diesbezüglich Verlass und da dies jedermann weiß, strömten die Gäste auch diesmal wieder in Scharen nach Freilingen und wurden auch wahrlich nicht enttäuscht. Die Versorgung mit Getränken funktionierte hervorragend und das Essen am Imbisstand war wieder lecker. Selbst in den hinteren Ecken konnte man diesmal einen Blick auf die Musiker erhaschen, so dass man den Bums nicht nur hörte, sondern auch noch sah.

Apropos Musiker, auch FDH & Bums (auch so ein Freilinger Phänomen) inklusive der diesjährigen Verstärkung Willi Wilden, haben an diesem Abend wieder die Besucher der Bierwoche mit ihrer Gute-Laune-Musik begeistert, wie auch schon vor zwei Wochen in Eichenbach.

 

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Käsper, der an diesem Abend nicht selbst hinter der Theke stand, sondern sich nur um seine Gäste und den Biernachschub kümmerte, freute sich entsprechend...über den vielen Andrang, die positive Resonanz und die tolle Stimmung.

Alles erinnerte irgendwie an die brechend volle Kirmes meiner Jugend, man traf viele Freilinger, ehemaligen Freilinger, Freunde und Förderer der örtlichen Kneipenszene und zahlreiche, zum Teil von weit angereiste alte Bekannte. Es war ein unvergesslicher Abend in dicht gedrängter Atmosphäre, wie früher, nur eben außerhalb vom Saal von Meiershof an absolut erfrischender, ländlicher Abendluft. Man tauschte Neuigkeiten aus, ließ Kontakte wieder aufleben und schwelgte im Kreise so vieler vertrauter Gesichter in heimatverbundenen Gefühlen. Vereinzelt wurde sogar getanzt... eben wie auf der Kirmes.

Doch etwas ist anders. Heute ist nicht Sonntag, sondern Freitag, so dass man, wenn man nicht gerade Urlaub hat, sich nach dem genussreichen Abend durch den letzten Arbeitstag der Woche strampeln, wenn nicht gar quälen muss. Außerdem weht statt der Freilinger Fahne das FC Banner am Fenster der Gaststätte heraus.

 

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Und Käsper hat jetzt nicht etwa wieder Ruhe, sondern muss schon wieder den nächsten Bierwochenabend vorbereiten, denn heute steht der Spaß mit den Ahrhüttener Musikanten auf dem Programm.

Schön, dann gehen wir heute Abend eben wieder auf die Kirmes...eh Bierwoche!

Freilinger Infobox

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