"New-Work-Konzept" und Bürgerattraktion unter einem Hallendach...findet man bald auf dem Bauhof der Gemeinde Blankenheim in Freilingen. Dort wird heute der Spatenstich für das neue "Blaggerland" getätigt. In einer neuen Halle soll demnächst sowohl den gemeindlichen Mitarbeitern als am Wochenende auch der breiten Öffentlichkeit eine ganz außergewöhnliche Erlebnis- und Wohlfühloase mit bautechnischem Hintergrund geboten werden. WiiF stellt die Pläne vorab exklusiv vor.

Die Gesundheit spielt in der Gemeinde Blankenheim eine ganz große Rolle.
Für die junge, engagierte Bürgermeisterin stehen in Bezug auf Mitarbeiterzufriedenheit auch mit Blick auf die Gewinnung neuer Mitarbeiter daher Begriffe wie „New Work Konzept“ und „Work-Life-Balance“ im Mittelpunkt der Fürsorgeleistung der Verwaltung als Arbeitgeber.
Dies wurde im neuen Rathaus, weithin bekannt als Konsum bereits erfolgreich umgesetzt und das als erste Kommune im Kreis Euskirchen. Wenigstens teilweise.
Statt „Zellenbüros“ gibt es die offene Großfläche und wer will, kann sich wie beim Barfußgehen wie auf Sand fühlen, durch eine schwarze Kybun-Matte auf dem Boden.
Außerdem gibt es in der neuen Arbeitsstätte in der Ahrstraße "Desk Bikes", mit deren Hilfe man bei der PC-Arbeit entspannt radeln kann. Wohlfühlarbeitsplätze zur Identifikationsstiftung.

(Verwaltungsmitarbeiterin Lorena Elz auf dem Desk Bike mit Beraterin Khristin Randazzo, Bild © Stefan Lieser)
„So etwas hätten wir auch gerne“...meldeten sich kurze Zeit später die Mitarbeiter des gemeindlichen Bauhofes in Freilingen bei der Bürgermeisterin. Zwar arbeitet die Belegschaft dort hauptsächlich in der freien Natur. Dennoch könnte ein „New-Work-Konzept“ für die Außenstelle sicherlich auch die Arbeitszufriedenheit stärken und Mitarbeiter binden.
So machte sich Bürgermeisterin Jennifer Meuren in anderen Kommunen kundig, wie dort das jeweilige Bauhofpersonal in ein modernes Arbeitskonzept eingebunden werden könnte.
Bei einem Bürgermeister-Symposium im norddeutschen Landkreis Stenkelfeld mit anschaulichen Vorträgen in Sottrup-Höcklage zum Thema "Moderne, gesundheitsbewusste und spaßmachende Arbeitsplatzgestaltung für Mitarbeiter der kommunalen Bauhöfe" wurde den Teilnehmern u.a. die Möglichkeit geboten, Arbeitsgeräte von gemeindlichen und städtischen Bauhöfen in einem besonderen Wohlfühl-Ambiente vor den örtlichen Rathaustüren selbst auszuprobieren.

Das brachte unsere findige Verwaltungsleiterin auf eine Idee.
Schon länger ist für das Gelände des Bauhofes der Neubau einer neuen Halle geplant. Diese soll eigentlich nur als Unterstellfläche für gemeindliche Gerätschaften dienen.

Man könnte dieses Gebäude doch größer dimensionieren und dort für die Bauhofmitarbeiter gleichzeitig einen „Work-Out“ Bereich einrichten, dachte sich die gestaltungsfreudige Bürgermeisterin.
Damit der finanzielle Mehraufwand andererseits wieder ausgeglichen werden könnte, wäre es doch denkbar, an den Wochenenden die Work-Out-Zone für die Bevölkerung zu öffnen und damit Einnahmen zu generieren, so ihr Plan für eine „Baggerwelt“.
Beauftragt mit der Ausarbeitung eines entsprechenden Konzeptes wurden spontan Markus Caspers und Siegfried Bonzelet, die kürzlich für ihr 40jähriges Dienstjubiläum geehrt wurden und sich demnächst als Rentner mit einem Minijob bei der Gemeinde ein kleines Zubrot verdienen könnten, in dem sie das Angebot für die Bürgerinnen und Bürger am Wochenende koordinieren und begleiten würden.

(langjähriger Mitarbeiter Markus Caspers mit der Bürgermeisterin und Michaela Bell, Leiterin Bauhof)
Beide haben jahrzehntelange Erfahrung auf und mit den verschiedensten Fahrzeugen und Gerätschaften.
Bei den künftigen Rentnern lief die Bürgermeisterin mit ihrem Plan offenen Türen ein. Die Begeisterung war riesig, zumal bei beiden das Interesse an einer Work-Life-Balance und auch am Baggerfahren auch im Rentenalter noch groß ist.
"Zeit habe ich zwar auch als Rentner keine, aber so ein kleiner Nebenverdienst bei der Gemeinde reizt mich schon. Baggern ist ja zudem bekanntlich meine größtes Hobby", so der angehende Un-Ruheständler Siegfried Bonzelet zu den Plänen.
Nach einem Inspirationswochenende der beiden künftigen „New Worker“ im Erlebnispark Magdeburg (die zwei hatten einen entsprechenden Gutschein von ihren Kollegen zum Jubiläum geschenkt bekommen), wurde ein umfassendes Konzept für die neue Halle erstellt, natürlich unter Berücksichtigung der "New Work"-Anforderungen.

(Siegfried Bonzelet im Selbstversuch)
Meditatives Erdlöcherausheben oder Hügelabtragen in naturnaher Umgebung mit dem Mini-Bagger, Feng-Shui Radlader-Cruising, entspanndes Filigran-Arbeiten mit dem Elektro-Presslufthammer oder rückenaktivierendes Krafttraining mit der Vital-Schaufel (ausgestattet mit Sensoren für Herzfrequenz und Blutdruck) sind schon fest eingeplant und ausgetestet.
Als besonderes Highlight wird für Singles eine besondere "Anbagger-Ecke" angeboten, in der die Möglichkeit des "Näherkommens" besteht, bei Kerzenschein und alkoholfreien Cocktails.
Das Konzept soll zudem noch durch einen speziellen naturnahen Relaxbereich („Green-Field-Zone“) und eine sog. gesunde Genussecke („Sprout-Spot“) ergänzt werden.
Bei einer Vorstellung der Hallenplanung im zuständigen Ausschuss zeigte sich die Politik sehr angetan.

Mit Hilfe eines speziellen Förderprogramms der Landesregierung für kommunales Gesundheitsmanagement ("Stadtfit") mit 85,5 % Förderquote ist die neue Nutzungsidee für die Halle auch finanziell umsetzbar.
Dank einer schnellen Antrags- und Genehmigunsphase (hier machte sich erstmals die versprochene Entbürokratisierungsoffensive der Bundesregierung bemerkbar) konnte das Projekt jetzt schon in die Umsetzungsphase gelangen.
Eröffnung ist bereits für den 30. Mai gedacht. Sehr ambitioniert.
Auch einen entsprechenden Titel hat man für das neue Bagger-Angebot in Blankenheim bereits gefunden: Blaggerland "Buckets of fun for everyone"...
Wir sind gespannt!










