"Der schöne Stein vom Rhein: Aquäduktmarmor – Steingewordenes Wasser aus der römischen Eifelwasserleitung als Schmuckstein der Romanik"... so der Titel des Lichtbildvortrages von Prof. Dr. Klaus Grewe im Eifelmuseum Blankenheim am Mittwoch, 21. Januar um 19.00 Uhr. Der Eintritt ist kostenlos!

(Abbauwürdige Kalksinterablagerung im Römerkanal in Euskirchen-Kreuzweingarten; Foto K. Grewe)
Eifelland – Wasserland : Wasserversorgung in und aus der Eifel von der Römerzeit bis in das Mittelalter, so der Titel der Ausstellung im Eifelmuseum, die noch bis zum 31. Mai 2026 besichtigt werden kann.
Im Rahmen dieser Ausstellung gibt es ein umfangreiches Begleitprogramm, u.a. mit verschiedenen Vorträgen.
An einem davon kann man am Mittwoch, 21. Januar teilnehmen. Dann hält Prof. Dr. Klaus Grewe einen weiteren Lichtbildvortrag.
Das Thema lautet diesmal: Aquäduktmarmor, ein besonderer Baustein der Romanik, der von der Eifel aus seinen Weg bis nach England und Dänemark fand.
Für die in der romanischen Zeit gebauten Kirchen, Klöster und Burgen des Rheinlandes hat man, um Baumaterial zu gewinnen, nicht nur die Steine der römischen Eifelwasserleitung abgebaut und recycelt – ein besonderes Ziel dieses mittelalterlichen „Steinraubes“ war die Kalksinterablagerung, aus der sich ein ganz besonderer Schmuckstein herstellen ließ.
Das Ausgangsmaterial dieses Schmucksteins war der Sinter, die Kalkablagerung in der römischen Eifelwasserleitung, die in der fast 200jährigen Betriebszeit der Leitung zu abbauwürdiger Stärke herangewachsen war. Unter den Händen geschickter Steinmetzen wurde aus Kalksinter ein wunderschöner „Aquäduktmarmor“, der in vielen romanischen Kirchen in Mitteleuropa Verwendung fand. Besonders vertreten ist dieses Material natürlich im Rheinland, wo die Transportwege günstig waren.
Verhandelt wurde dieser Baustoff in halb Europa: Alle Dome entlang des Hellweges, die Kathedralen von Roskilde in Dänemark und in Canterbury sowie viele Kirchen in den Niederlanden sind mit Säulen, Altar- oder Grabplatten aus Aquäduktmarmor ausgeschmückt.

(Die beiden vorderen Säulen des Baldachins über dem Hochaltar in der Abteikirche Maria Laach sind aus Aquäduktmarmor gefertigt worden)
Und man darf nicht übersehen: Ein Aquäduktmarmor dieser Qualität ist nur in der Eifelwasserleitung entstanden – keine andere Kalksinterablagerung aus dem römischen Weltreich konnte da mithalten.
Der Vortrag beginnt um 19 Uhr. Die Teilnahme ist kostenfrei. Eine Reservierung ist nicht erforderlich!










