Himmlischer Segen und "Jecke Tön" bei der Eröffnung der Bücherbude

 

Es grenzt schon fast an ein Wunder, aber entgegen aller Wetterprognosen sämtlicher Wetterdienste und einer vorhergesagten Regenwahrscheinlichkeit von über 80 % blieb es am Samstag, 13. Oktober bei der Einweihungsfeier der Freilinger Bücherbude nachmittags trocken. Ja, zeitweilig kam sogar die Sonne zum Vorschein.

Ob dies der Nähe der Örtlichkeit zur Freilinger Kapelle bzw. dem Umstand, dass man sich auf Kirchengelände befand, zu verdanken war, sei dahin gestellt. Jedenfalls war im Vorfeld nicht mit einem solch guten Wetter gerechnet worden. Vorsichtshalber waren deshalb gleich drei Zelte um die "Bude" herum aufgebaut worden, um dem erwarteten Regen im Notfall trotzen zu können und Besuchern wie Musikverein und Kuchenbuffet einen Nässeschutz bieten zu können. 

Zu erwarten war in jedem Fall nicht ein solch hoher Besucherandrang. Um 15.00 Uhr waren der gesamte Innenbereich des Zeltensembles und nahezu alle Sitzplätze voll besetzt. Auch Gäste aus den Nachbarorten hatten sich eingefunden, um einen unterhaltsamen Samstagnachmittag in Freilingen zu verbringen. Schließlich wurde ja auch einiges geboten. 

 

 

Zu Beginn der Veranstaltung wurde die Freilinger Bücherbude erst einmal unter "himmlischen Schutz" gestellt. Diakon Erich Schmitz segnete das Büdchen, musikalisch begleitet vom Musikverein Freilingen, feierlich ein.

 

(Bild: Rolf Dülsner)

 

Initiator des Projekts, Michael Hermanns stellte dann in seiner Begrüßung die Motive für die Errichtung der Bücherbude dar. Er wolle mit dieser Aktion als Kölner seinen Einstand in Freilingen geben. Er erzählte zudem, wie sich die Umsetzung seiner Idee von einer unbürokratischen Buchausleihe im Einzelnen gestaltete.

 

(Bild: Rolf Dülsner)

 

Fast 1000 Bücher stünden in dem umfunktionierten und ausgebauten kleinen Gartenhäuschen jetzt zur Auswahl. Noch einmal doppelt so viele habe er in Kisten verpackt und erst einmal auf den Speicher des angrenzenden, von ihm für seine Versicherungsagentur angemieteten alten Jugendheims gestellt.

Mit Hilfe dieses "Vorrates" will man den Bestand in der Bücherbude immer wieder auffüllen und nach einer gewissen Zeit auch einmal austauschen, um immer ein abwechslungsreiches Bücherangebot präsentieren zu können.

Anschließend betonte auch die Ortsvorsteherin in ihrer Ansprache, dass Freilingen nun eine weitere Attraktion habe, die gemeindeweit einzigartig sei und auf die man zu Recht stolz sein könne. Sie überreichte dem "Hausherrn" als Geschenk eine Freilinger Chronik, die neben der in der Bude ausgestellten Literatur über Köln und die Eifel natürlich nicht fehlen dürfe.

Von der Chronik sind nur noch wenige Exemplare erhältlich und so bekommt jeder die Möglichkeit, sich über die Geschichte und die Entwicklung von Freilingen und den hiesigen Vereinen zu informieren. 

An diesem Nachmittag gab es aber erwartungsgemäß nicht nur jede Menge Auswahl an Büchern, sondern auch ein reichhaltiges Angebot an Kuchen. Die Freilinger Bäckerinnen hatten einmal mehr ihre Backkünste unter Beweis gestellt. Die Zahl der Kuchenspenden war schon bemerkenswert.

 

(Bild: Rolf Dülsner)

 

An dieser Stelle noch einmal ein recht herzliches Dankeschön für dieses Engagement. Wer sich im Übrigen bisher noch nicht angesprochen gefühlt hat und auch gerne einmal einen Kuchen spendieren möchte, hat schon bald die Gelegenheit dazu, da es bis zum nächsten Fest des Vereinskartells Freilingen ( der Adventskaffee am Sonntag, 16. Dezember) gar nicht mehr so lange hin ist. Einfach melden !

Angemeldet für diesen Nachmittag war jedenfalls auch "Et Fussich Julchen". Bis zu ihrem Eintreffen sorgte erst einmal der Freilinger Musikverein mit einer abwechslungsreichen musikalischen Darbietung für die passende Unterhaltung beim gemütlichen Zusammensitzen.

 

 

Gegen 16.30 Uhr wurden die Freilinger Musikanten von der Kölner Sängerin mit Namen Köllner abgelöst. Und sie sorgte dann direkt und von der ersten Sekunde an für die richtige Stimmung "an" der Bude.

 

 

Stimmungsmacher wie "Denn mir sind Kölsche Mädche", "Es war in Altenahr" und "Bleibtreusee", um nur einige ihrer vorgetragenen Lieder zu nennen, konnte auch von den anwesenden männlichen Fans kräftig mitgesungen werden.

 

 

Und die Vollblutkarnevalistin ließ es sich natürlich nicht nehmen, zwischen ihren Gesangseinlagen direkt auf ihr Publikum einzugehen. Da wurde dann so manch einer mal schnell als Bonsai-Rambo oder Augenweide tituliert, während sich andere vor Augen führen lassen mussten, dass ihre natürliche altersbedingte Haarfarbe als friedhofsblond einzuordnen ist.

Offensichtlich hatte sie selbst dabei auch gehörigen Spaß, auch wenn die Temperaturen in der Eifel ihr nach eigenem Bekunden nicht gerade zusagten: "Hier friert man sich ja dä Fott aff". Letztlich hatten aber alle etwas zu lachen und alle ihren Spaß, auch wenn dat Kölsche Mädche mit einem abschließenden "Wille, wille Witt, mir sin se quitt, Schwenk de Hoot un maat et joot" schon nach einer knappen 3/4 Stunde zum nächsten Auftritt eilen musste.

Nicht aber, ohne vorher noch etliche Autogramme verteilt zu haben. Denn gerade die Nähe zu ihren Fans ist ihr sehr wichtig: "Jede Distanz zu meinen Fans ist mir ein Gräuel", so Marita auf ihrer Homepage.

Von Distanz konnte auf dem gemütlichen Marienplatz in Freilingen keine Rede sein, zumal sie hier nach eigener Aussage ein weltklasse Publukum vorgefunden hat, wobei sich die größten Fans allesamt in der ersten Reihe versammelt hatten (s.auch Et fussich Julche; auf der Seite findet man zudem einige Bilder von Marita Köllner selbst, die sie in Freilingen gemacht hat, sehr amüsant!)

Ein insgesamt gelunger Höhepunkt auf der Einweihungsfeier, die erst um 18.20 Uhr durch den dann doch noch einsetzenden Regen beendet wurde. Leider hatte man es bis dahin nicht mehr geschafft, alle Zelte noch im trockenen Zustand abzubauen.

Doch in Freilingen ist man bekanntermaßen sehr einfallsreich und praktisch veranlagt. Und so wurde der "Rest vom Schützenfest" bzw. die altbekannten "Kleffbotzen" dazu eingespannt, das komplette Zelt wie in einer Prozession um die Kapelle herum in eine nahegelegene Maschinenhalle zum Trocknen zu tragen, zum Spaß aller Beteiligten und zur Verwunderung einiger Autofahrer.

 

 

In Freilingen gibt es eben nichts, was es nicht gibt. 

Man findet bestimmt einen Grund, dieses Fest im nächsten Jahr zu wiederholen, und wenn es dann nur die Einweihung der Sitzbank ist, die der Dorfverein für die Bücherbude gestiftet hat und die demnächst neben der Buchausleihe aufgestellt wird. 
 

Denn es hat sich gezeigt, dass der Marienplatz, gesäumt von Lindenbäumen und eingebettet zwischen Jugendheim und Kapelle sich hervorragend für Veranstaltungen dieser Art eignet und man zwischen den Zelten eine wunderbare Atmosphäre für eine Dorffest schaffen kann. 

Das sollte in jedem Fall wiederholt werden, aus welchem Anlass auch immer ! 

Allen Helferinnen und Helfern an diesem Tag noch einmal ein herzliches Dankeschön für ihre Unterstützung. Ein besonderer Dank geht dabei an den Musikverein, der auch bei aparten 11 Grad noch herzerwärmende Musik machen konnte. 

Und nicht zuletzt ein ganz großes Danke natürlich an Rosi und Michael Hermanns für ihr Engagement, die neue Bücherbude und die tolle Einweihungsfeier.  

Infobox

  •  So 11.11.: St-Martins-Umzug, 18.00 Uhr Kapelle

 

Letzte Kommentare

  • Christoph Krämer, 5 Tage her Lesen
    Es ist für einige Ferienhauseigentümer...
  • Barbara Schröder, 1 Woche her Lesen
    Toll! Schön, dass es solche Gelder gibt...
  • Judith Maur, Freilin..., 1 Woche her Lesen
    Hallo zusammen,
    ich habe einen Satz...

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