BürgerDIALOG - so der Titel der Vor-Ort-Sprechstunde des Blankenheimer Bürgermeisters Rolf Hartmann, bei der sich der Verwaltungschef Probleme, Wünsche und Anregungen der Bürger bei einem Rundgang durch die Ortschaft anhört und diskutiert. Am Donnerstag, 3. Mai stand Freilingen auf dem Besuchsplan und es wurden zahlreiche Themen von den Freilingern angesprochen und dem Amtschef als Hausaufgabe mit auf den Weg gegeben. 

 

Bei der Begrüßung der im laufe des Abends rund 25 Teilnehmer der "Begehung" kurz nach 18.00 Uhr vor dem Bürgerhaus berichtete der Bürgermeister, dass ihm die Idee zu diesem besonderen Gesprächsformat während seines letzten Wahlkampfes 2015 gekommen sei. 

"Damals habe ich alle Haushalte der 17 Orte in der Gemeinde besucht" so der Verwaltungschef. Die vielen Gespräche mit den Bürgern hätten ihm gezeigt, wie wichtig der direkte Kontakt zu und in den Ortschaften sei und er habe sich vorgenommen, diese Rundgänge in der unverdächtigen "wahlkampffreien Zeit" zu wiederholen. 

Im letzten Jahr ist dann die Idee erstmalig umgesetzt worden. 2017 besuchte der Bürgermeister mit einem Verwaltungsmitarbeiter im Anhang bereits die Ortschaften Reetz, Lommersdorf, Blankenheimerdorf und Alendorf, wo die Veranstaltung jeweils viel Zuspruch gefunden hat. Daher habe man sich entschlossen, die Bereisung in diesem Jahr fortzusetzen. 

Im Frühjahr 2018 stehen noch Rohr, Hüngersdorf und Dollendorf auf dem Programm. Freilingen machte in der diesjährigen Dialogrunde den Anfang. Bei schönstem Frühlingswetter spazierte man zunächst zum Dorfbrunnen. Auf dem Weg dorthin kam man am Gasthaus Meiershof vorbei, wo der Wirt einwarf, dass an der Straßeneinmündung kein Schild existiere. Tatsächlich gibt es an dem öffentlichen Weg, der an der Wirtschaft vorbeiführt, keine offizielle Straßenbeschilderung.

Man war sich aber einig, dass auch der ortsunkundige Besucher von Freilingen die Kneipe ohne Straßenhinweis finden würde.

Am Dorfbrunnen wurde aufgezeigt, dass der Auslauf nicht richtig funktioniere. Durch das verursachte Spritzwasser würden die Pflastersteine um den eigentlichen Ablauf im Boden stark mit Kalkablagerungen überzogen.

Hier erwies sich "Käsper" einmal mehr handwerkliches Geschick. Kurzerhand kratze er mit stets mitgeführtem Werkzeug die Auslaufrille etwas frei, so dass sich der Wasserfluss bereits verbesserte. 

Nach eingängiger Untersuchung der Sachlage schlug er vor, den Auslauf selbst mit entsprechenden Gerätschaften so zu bearbeiten, dass das Problem behoben sei. Der Bürgermeister zeigte sich dementsprechend auch zufrieden, dass die Angelegenheit so schnell und ohne Beauftragung des Bauhofes allein mit Bürgerengagement geklärt werden konnte. 

Nicht geklärt werden konnte allerdings ein anderes Problem, das im Anschluss angesprochen wurde: die Verkehrssituation in der Industrie- bzw. Seestraße. Seit der Sanierung der Ortsdurchfahrt würden die eigentlich als Anliegerstraßen gekennzeichneten Straßen vermehrt befahren. Von den Anliegern wurde überdies beklagt, dass die ausgeschilderte Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h dabei weit überschritten würde, trotz der aufgestellten Blumenkübel in der Industriestraße. 

Um die "Raser" zu erfassen, schlug der Bürgermeister vor, noch einmal eine das Verkehrsmessgerät der Gemeinde (versteckt) aufzuhängen und die tatsächliche Verkehrssituation für einen bestimmten Zeitraum aufzuzeichnen und auszuwerten. Ob, wie vorgeschlagen wurde, große 30er Markierungen auf der Straße aufgebracht werden können, ist zu klären. Erneuert werden sollen in jedem Fall die verblichenen Tempo 30 Schilder, die aufgrund ihres verwitterten Zustandes nur schlecht wahrgenommen werden können. Außerdem sollen die "Haifischzähne", also die Markierungen für die Regelung rechts vor links, auf dem Straßenbelag nachgestrichen werden, da diese ebenfalls verblichen sind. 

Geklärt werden konnte jedenfalls die Beleuchtungsfrage hinsichtlich der beiden Straßen. Die Überplanung der Erneuerung der Straßenbeleuchtung ist jetzt endgültig abgeschlossen. Im unteren Teil der Industriestraße wird nach Befragung der Anlieger auf den Ausbau verzichtet, weil hier eine zusätzliche Beleuchtung auch aus Kostengründen keine Zustimmung gefunden hat. Die übrige Planung sieht u.a. vor, dass an der Ecke Seestraße/Industriestraße eine zusätzliche Lampe aufgestellt wird, während die dort vorhandene versetzt wird. Da der gemeindliche Haushalt inzwischen genehmigt ist, kann nun die Ausschreibung der Maßnahme erfolgen, so dass nach Angaben der Verwaltung im Spätsommer mit der Umsetzung der Planungen endlich begonnen werden kann. 

Voll im Gang sind dagegen bereits die Planungen für die Sanierung der K41 ab dem Kreuzungsbereich L115 durch Lommersdorf. Ob man im Zuge dieser Maßnahme ein weiteres Problem angehen kann, was an diesem Abend für heftige Diskussionen geführt hat, ist eher ungewiss. Beklagt wurde nämlich, dass der Kreuzungsbereich nach Lommersdorf seit der Änderung der Kreuzungssituation in Ahrhütte ein großes Gefahrenpotential bergen würde. Seit die Ampelanlage durch einen Kreisverkehr ersetzt worden wäre, würde der Verkehr ungehindert Richtung Autobahnauffahrt fließen.

Gerade am Wochenende oder an Feiertagen, wenn auf dem Nürburgring größere Veranstaltungen stattfinden würden, könnte man als Autofahrer kaum noch gefahrenfrei die L115 von Ortschaft zu Ortschaft überqueren. Noch gefährlicher sei die Situation für Fußgänger, zumal an dieser Stelle der Prämienwanderweg Ahrsteig die Landstraße überquere. Die zahlreichen, zum Teil schweren Unfälle im Kreuzungsbereich hätten gezeigt, dass hier dringender Handlungsbedarf bestünde. 

(Foto: Stefan Everling, KStA, Ausgabe 06.05.2016)

Der Bürgermeister schlug vor, sich mit dem Kreis und dem für die L115 zuständigen Landesbetrieb NRW in Verbindung zu setzen und die Situation zu besprechen und kurzfristige Lösungen zu finden. Vorgeschlagen wurden von den Bürgern Hinweisschilder auf Wanderer, um den Verkehr für die Fußgänger zu sensibilisieren. Außerdem wurde ein zusätzlicher "Blitzer" gefordert, der den Verkehr aus Ahrhütte kommend im Kreuzungsbereich ausbremsen soll. 

Ausgebremst werden zu Zeit noch gebehinderte Besucher des Freilinger Sees, da der Rundweg um die Anlage alles andere als behindertenfreundlich ist. Das Gestaltungskonzept für den Freilinger See, das bereits im Juni 2016 der Bevölkerung in einer öffentlichen Versammlung im Saal Meiershof vorgestellt worden ist, sieht zwar einen solchen Rundweg vor. Wann allerdings dieses Konzept, das mit Mitteln aus der Dorferneuerung umgesetzt werden soll, tatsächlich realisiert wird, ist noch völlig offen, da die Förderkulisse nicht geklärt ist.

Gerade die Treppe an der Ostseite stellt aber ein großes Hindernis dar, was eigentlich mit einfachen Mitteln beseitigt werden könnte. Angeregt wurde hier, diesen Planungsbereich vielleicht im Rahmen einer LEADER-Förderung zu realisieren. 

Ohne öffentliche Förderung muss die Grillhütte am Freilinger See auskommen. Die Grillhütte wird zur Zeit noch von der Gemeinde betrieben. Es sei aber nicht Aufgabe der Verwaltung, so der Bürgermeister, Grillhütten zu betreiben. Deshalb stehe er im Kontakt mit dem Musikverein Freilingen, der die Grillhütte insbesondere im Hinblick auf das vom Verein jährlich veranstaltete Seefest vielleicht übernehmen könnte.

Ein großes Manko der Grillhütten ist das Fehlen von fest installierten Toiletten an dieser Stelle. Diese wolle man im Zuge einer Übertragung auf den Verein in Angriff nehmen.

Die Problematik der fehlenden Toiletten, aber auch der Erschwernisse bei der Anmietung wurden von den Bürgern auch nachdrücklich bestätigt. Für einen Verein mache der Betrieb nur Sinn, wenn bei der Vermietung für Veranstaltungen nicht allzu große Hürden genommen werden müssten. In der Vergangenheit hätten viele von einer Feier am See abgesehen, weil die Auflagen seitens der Gemeinde zu hoch gewesen seien. Ob der Musikverein Freilingen tatsächlich die Grillhütte am Freilinger See übernimmt, werden die weiteren Gespräche zeigen. 

Keine weiteren Gespräche bedarf es hinsichtlich eines weiteren Problems, was im Verlauf des Rundgangs durch Freilingen in Richtung Marienplatz angesprochen wurde: die Parksituation auf der Ortsdurchfahrt. An der K41 würde verstärkt falsch bzw. unzulässig geparkt, so dass der fließende Verkehr behindert würde, aber vor allem auch die Nutzung des Gehweges mit Gehhilfen oder Kinderwagen stark beeinträchtigt würde. Die Fußgänger müssten teilweise den Gehweg verlassen, um an abgestellten Fahrzeugen vorbei zu kommen. In der Vergangenheit sei dies auch schon von zahlreichen Anliegern beanstandet worden, geändert habe sich aber bisher nichts. 

Der Bürgermeister erläuterte, dass normalerweise der ruhende Verkehr nur im Kernort und am Freilinger See von Mitarbeitern des Ordnungsamtes überprüft würde. Wenn es in der Ortslage Freilingen aber vermehrt zu Parkverstößen käme, würde er die Verwaltung anweisen, auch in diesem Außenort Verkehrskontrollen durchzuführen. Allerdings müssten dann alle Falschparker, die zu diesem Zeitpunkt ihr Fahrzeug unzulässig abgestellt hätten, mit einem Ordnungsgeld rechnen, so dass sich anschließend niemand beklagen solle, dass das Ordnungsamt vor Ort gewesen sei.

Diese Vorgehensweise fand bei den anwesenden Freilingern allseits Zuspruch. Angeregt wurde auch, in "Meine Gemeinde" noch einmal auf die allgemeine Verpflichtung von Grundstückseigentümern zur Straßenreinigung hinzuweisen. Nicht jedem ist offenbar bewusst, dass er verpflichtet ist, die an seinem Grundstück gelegene Straße zu kehren, was an manchen Stellen zu immensen Verunreinigung der Rinnen führt.

Alles weitere wurde im Anschluss an den zweistündigen Spaziergang durch Freilingen bei kühlen Getränken im Bürgerhaus besprochen, wo noch die ein oder andere Idee für die ein oder andere Verbesserung in Freilingen besprochen wurde.

Besprochen werden die angesprochenen Themen bestimmt auch noch weiter auf der kommenden Kirmes, denn wo lässt es sich besser diskutieren als an der Theke bei einem kühlen Bierchen, zumal unser Wirt immer ein Quell neuer Ideen für kurzfristige Lösungen ist.

So entwickelte sich in einem weiteren Gespräch bereits ein Lösungsansatz für die Industriestraße: eine Einbahnstraßenregelung von der Einfahrt auf der Lommersdorfer Straße bis hin zur Ecke Brunnenweg. Damit würde der einfahrende Durchfahrtsverkehr von der L115 aus der Anliegerstraße herausgehalten, während für die Anlieger keine große Beeinträchtigung verursacht würde, weil die Zuwegung über den Brunnenweg gesichert sei.

Eine Idee, die in jedem Fall eine weitere Überlegung und Prüfung wert ist.

 

 

Infobox

  • Mi 27.06.: Sondermüll, 12.45-13.15 Uhr, Bürgerhaus
  • Sa 30.06 / So 01.07.: Seefest des Musikvereins  

 

Letzte Kommentare

  • K.-H. Scheven, 1 Woche her Lesen
    Hat sich erledigt.
  • Antonia, 1 Woche her Lesen
    hahahhahahahahahahahahahahah
  • Wolfgang Börs / Feri..., 4 Wochen her Lesen
    Sorry, die richtige Nummer lautet...

Abfallkalender

 

 

 

 

Werbung