"Ordentlich zur Sache..." -  ging es am Wochenende vor Ostern auf der Freilinger Theaterbühne. An gleich drei Abenden wurde im vollbesetzten Saal von Meiershof dem Publikum allerlei von der Theatergruppe Freilingen geboten, die von inszenierten Jagdszenen und einem spektakulären verbalen Schlagabtausch bis hin zu echten schallenden Ohrfeigen alles zu bieten hatte. Das Publikum dankte es mit Horrido-Gesang. Einfach herrlich!

 

Auch in diesem Jahr wurden die zahlreichen Gäste der Freilinger Theateraufführung nicht enttäuscht. Denn bei der Auswahl des Stückes "Horrido und Waidmannsheil" hatte Regisseur Heinz Ramers bei der 21. Vorstellung in Freilingen wieder einmal ein glückliches Händchen bewiesen, auch wenn den Laienschauspielern allerhand abverlangt wurden.

So hatte der Dreiakter einiges für die Theaterfreunde zu bieten: erotische Szenen, Wortgefechte, witzige Jagdszenen und jede Menge "Alkohol". Doch die 9köpfige Schauspielertruppe meisterte alle Anforderungen mit Bravur, was den Akteuren mit reichlich Applaus und Horrido-Gesang gedankt wurde. 

Und worum ging es in dem Stück von Carsten Lögering?

Die Inhaber des Bockwirtshauses, die Wirtin Maria und ihr Sohn Frank Beermann (Helga Kremer und Mario Maur) stehen am Rande ihrer Existenz.

Die Gäste bleiben aus, weil im angrenzenden Wald kein Wild mehr gejagt werden kann. Nur ein Stammkunde ist ihnen geblieben, Maurer Willi Specker (Siegfried Bonzelet), der sich des Öftern auch einfach selber mit einem frisch gezapften Bierchen bedient.

Der korrupte Bürgermeister und Bauunternehmer Clemens Berger (Heinz Ramers) versucht, den Beermanns das Gasthaus abzuluchsen.

Er lädt den passionierten, stark kurzsichtigen Jäger Hubertus von Felsenheim (Hans-Georg Hellenthal) in die Wirtsstube ein, der nicht nur sprachlich ein Mann der alten Schule ist. Er soll als finanzschwerer Investor "mit 19 Warenhäusern in 20 Ländern" das Bockwirtshaus abreißen und an der selben Stelle ein modernes Golfhotel bauen.

Bergers naive Sekretärin Gabi Roth (Verena Biesen) unterstützt die Intrigen des Bürgermeisters, indem sie nach allen Regeln der Kunst ihre weiblichen Reize einsetzt, um den jungen Beermann zu bezirzen. Selbst vor einem gemeinsamen Trinkgelage scheut sie nicht zurück, wobei sie aber letztlich vom "Malocherlikör" umgehauen wird. 

Der hinterhältige Plan des Verwaltungschef scheitert letztlich, weil von Felsenstein zusammen mit einem tollpatschigen, leicht schwerhörigem Chauffeur Werner Hagen (Norbert Schnichels) irrtümlich im Bockwirtshaus eincheckt, anstatt im eigentlich vom Bürgermeister reservierten Hotel. 

Zeitgleich quartieren sich zwei weitere Jagdgäste bei den Beermanns ein, die Freundinnen Sonja Wiese (Rita Ramers), einer Kinderärztin mit einer besonderen Vorliebe für die Jagd, und Hanna Steinhaus (Jana Reiferscheid), die absolut kein Blut sehen kann. 

Während Sonja mit Hubertus das Revier erkundet, verguckt sich Hanna in den Sohn des Hauses, den "feschen Franky".

Als von Felsenstein dann tatsächlich auf die Jagd gehen will, wird es für die Wirtsleute brenzlig. Was tun, wenn weit und breit kein Wild zu sehen ist? Aber Willi, der mit "allen Abwassern gewaschen ist", hat die rettende Idee.

Und so wird Hubertus vorgegaukelt, dem mal eben die Brillengläser herausgenommen werden, einen prächtigen Auerhahn und einen stolzen Zwölfender auf seiner inszenierten Jagd erlegt zu haben.

In Wirklichkeit mussten der mit dem hauseigenen Geweih versehene Esel Jimmy und die beste Legehenne Grete ihr Leben lassen. Horrido und Waidmannsheil!

Felsenheim, der im übrigen gerne sein Können auf dem Jagdhorn zeigt, ist begeistert vom Bockwirtshaus und erteilt dem Bürgermeister eine Abfuhr.

Zu allem Überfluss plaudert Gaby aus, dass die Berger-GmbH so gut wie pleite ist. Auch sie hat sich von ihrem intriganten Chef abgewandt, da sie nach einem heftigen Wortgefecht mit abschließender schallender Ohrfeige äußerstes Gefallen am Chauffeur Hagen gefunden hat, mit dem sie dann auch inzwischen liiert ist. 

So wendet sich dann am Schluss doch noch alles zum Guten. Clemens Berger räumt zerknirscht das Feld und Fräulein Roth und Hagen düsen gemeinsam nach Las Vegas.

Hanna entpuppt sich als Felsenheims Tochter, die ihrem Vater dann auch direkt Frank als ihren Traummann vorstellt.

Das Bockwirtshaus wird auf Kosten des jagdfreudigen Schwiegervaters zum Golfhotel umgebaut und Willi bekommt einen neuen Job als Greenkeeper und Caddy in Aussicht gestellt, was dann von allen mit einem Schnäpschen gebührend gefeiert wird.

Ein herzliches Dankeschön an alle Akteure für diese kurzweile Darbietung!

Besonderer Dank geht wie immer an Heinz Ramers für die Regiearbeit.

Als Souffleur wirkte Hubert Schneider, der dankenswerter Weise drei Abende hintereinander in den kleinen Holzkiste vor der Bühne geklettert ist, um die Akteure zu unterstützen.

Herzlichen Dank auch an Claudia Hellenthal für die Pressearbeit und die Organisation des Vorverkaufs.

Besonders gelungen war in diesem Jahr auch das originalgetreu und mit Liebe zum Detail ausgestattete Bühnenbild, u.a. mit einem Zwölfendergeweih aus dem Forsthaus Gierscheid. Peter Reiferscheid, Franz-Josef Giefer und Judith Maur haben hier ganze Arbeit geleistet. 

Ein Dankeschön geht auch Dirk Lohmann und Günter Schröder, die uns wieder mit jeder Menge Fotos versorgt haben. Sie können unter der Rubrik Bildergalerien Theater 2018 angeschaut werden.

Viel Spaß dabei! 

 

Infobox

  • Do 03.05: BürgerDIALOG, Treffpunkt Bürgerhaus 18.00 Uhr

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